Russland Unbemannter Raumfrachter abgestürzt

2,5 Tonnen Nachschub sollte ein Transporter zur Internationalen Raumstation bringen. Doch kurz nach dem Start stürzte er ab. Die Crew muss nun unter anderem auf Weihnachtspost verzichten.

REUTERS/ Roscosmos

Ein russischer Frachter mit 2,5 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ist wegen schwerer technischer Probleme kurz nach dem Start abgestürzt. Der Transporter vom Typ Progress sei etwa 190 Kilometer über der schwer zugänglichen und unbewohnten Gebirgsregion Tuwa in Russland verloren gegangen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. "Die Mehrheit der Fragmente ist in (...) der Atmosphäre verbrannt."

Die Versorgung der sechs Raumfahrer auf der ISS sei trotz des Ausbleibens von Nahrungsmitteln und Treibstoff nicht gefährdet, hieß es. Man könne den für Februar geplanten nächsten Start vorziehen.

Nach dem Abheben der "Sojus"-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) habe sich die dritte Stufe möglicherweise zu früh getrennt, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Der Datenkontakt riss ab. Der Transporter sollte neben frischem Proviant auch private Post und einen neuen Raumanzug zur Station bringen.

Wiederholte Probleme

Der Frachter sollte ursprünglich am Samstag an der ISS rund 400 Kilometer über der Erde andocken. Derzeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Franzose auf dem Außenposten der Menschheit.

Es war das zweite "Progress"-Unglück in weniger als zwei Jahren. Und auch US-Versorgungsschiffe hatten mehrfach mit Problemen zu kämpfen. So musste das Unternehmen SpaceX, das mit dem "Dragon"-Frachter auch die ISS versorgt, seine Raketen seit September am Boden halten.

Damals war eine Falcon mit einem israelischen Satelliten an Bord bei Startvorbereitungen explodiert. (Details dazu finden Sie hier.) Anschließend mussten die Hintergründe untersucht werden. SpaceX will nun am 10. Dezember wieder abheben, dann zunächst mit zehn "Iridium"-Kommunikationssatelliten.

Einen Tag vorher soll bereits der nächste Frachttransport zur ISS starten - und zwar mit einem japanischen Frachter.

chs/dpa



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