Satellitenbild der Woche Salz zu Salz, Staub zu Staub

Was sind das für Becken, die da in einem der größten Salzsümpfe der Welt liegen? Swimmingpools schon mal nicht. Aber warum kommen trotzdem Touristen in die staubtrockene Gegend?

Verdunstungsbecken im Rann von Kachchh
ESA

Verdunstungsbecken im Rann von Kachchh


Es gab mal Zeiten, da war der Rann von Kachchh wohl eine ganz normale Bucht des Arabischen Meeres. Das Gewässer war zwar flach, doch wellendurchspült bei Ebbe und Flut. Aber das ist lange her. Längst hat sich der Boden gehoben, sodass die Verbindung zum Meer verschwand. Und auch der riesige Salzsee, der sich im Anschluss bildete, ist nicht mehr da. Nun ist das Gebiet nur noch ein Salzsumpf - aber mit 28.000 Quadratkilometern immerhin einer der größten der Welt.

Wenn es regnet in der Monsunzeit zwischen Juli und September, kann das Land im indisch-pakistanischen Grenzgebiet mit bis zu 50 Zentimetern Wasser überflutet sein. Dann münden hier sogar mehrere Flüsse und versiegen. In der Trockenzeit reicht dagegen nur einer, der Luni, bis zum Rann von Kachchh.

Das Wort "Rann", so heißt es, kommt aus dem Hindi - und bedeutet Salzsumpf. Und so unwirtlich das klingen mag: Im trockenen Winter kommen durchaus gern Touristen in die Gegend, zum Beispiel zum Rann Utsav, einem lokalen Festival. Dann wird eine große Zeltstadt aufgebaut, die zwei Monate lang Gäste begrüßt.

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Vom europäischen Satelliten "Sentinel-2A" ist gerade eine Falschfarbenaufnahme des Gebiets veröffentlicht worden, die allerdings bereits im Dezember 2015 entstanden ist. Dominiert wird das Bild von großen, meist rechteckigen Becken, in denen Wasser zur Salzgewinnung verdunstet. Sie sind in verschiedenen Blautönen, aber auch Weiß gehalten. Die verschiedenen Farbtöne lassen sich durch unterschiedliche Mineralgehalte und Wassertiefen erklären.

Produziert wird dort unter anderem Kaliumsulfat, das als Dünger dient. Um eine Vorstellung von der Größe zu bekommen: Der Komplex der Verdunstungsbecken, der links im Bild zu sehen ist, hat einen Durchmesser von 13 Kilometern.

Rot im Falschfarbenbild zu sehen ist die - eher schwache - Vegetation in den Banni Grasslands. Hier bieten alte Flusssedimente, die der Indus bis zu einem Erdbeben im Jahr 1819 in die Region gebracht hat, passable Böden. Aber die wenigen Bäume, die Büsche und Gräser sind extrem abhängig vom Regen.

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chs



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