Satellit verglüht Fehlschlag für Südkoreas erste Trägerrakete

Rückschlag für das südkoreanische Raumfahrtprogramm: Die erste Trägerrakete des Landes konnte einen Satelliten nicht wie geplant in den Orbit bringen. Inzwischen scheint festzustehen, dass der künstliche Trabant in der Atmosphäre verglüht ist.
Start der südkoreanischen Rakete KSLV-1: Satellit vermutlich in der Atmosphäre verglüht

Start der südkoreanischen Rakete KSLV-1: Satellit vermutlich in der Atmosphäre verglüht

Foto: AFP

Seoul - Beim Start der ersten eigenen Trägerrakete hat Südkorea eine Panne erlebt: Wissenschaftler versuchten am Mittwoch vergeblich, Kontakt mit dem von der Rakete ausgesetzten Satelliten aufzunehmen, wie das Zentrum zur Erforschung der Satellitentechnik laut der Nachrichtenagentur Yonhap mitteilte. Vermutlich verglühte der Satellit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Der Satellit konnte am Dienstag nicht in die vorgesehene Umlaufbahn gebracht werden. Laut Vize-Wissenschaftsminister Kim Jung Hyun lag dies vermutlich daran, dass sich eine von zwei aerodynamischen Verkleidungen an der Spitze der Rakete nicht wie geplant abgelöst habe. Dadurch habe die zweite Raketenstufe nicht genügend Schub gehabt, um den Satelliten in der richtigen Umlaufbahn abzusetzen. "Der Satellit stürzte vermutlich Richtung Erde und wurde beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zerstört", sagte Kim. Da der 100 Kilogramm schwere Forschungssatellit STSAT-2 über keinen eigenen Antrieb verfügte, konnte seine Flugbahn nicht mehr geändert werden.

Präsident spricht von "halb erfolgreicher" Mission

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak nannte die Mission nach Angaben seines Sprechers "halb erfolgreich". Ein Vertreter der koreanischen Weltraumbehörde sprach von einem Erfolg, da "alle Hauptsysteme" der Rakete richtig funktioniert hätten. Bei einer geglückten Mission wäre Südkorea das zehnte Land gewesen, das einen Satelliten von eigenem Boden aus auf eine gewünschte Umlaufbahn gebracht hätte. Zuvor waren sieben geplante Startversuche abgebrochen worden - meist wegen technischer Probleme.

Für die Entwicklung des Prestigeprojekts hatte Südkorea mit Russland zusammengearbeitet. Insgesamt wurden für den Bau der 33 Meter langen Rakete vom Typ KSLV-1 knapp 503 Milliarden Won (rund 283 Millionen Euro) ausgegeben. Bislang schickte Seoul seine Satelliten stets mit Hilfe von Trägerraketen anderer Länder ins All. Bis 2018 will Südkorea eigenständig eine Trägerrakete bauen und bis 2025 eine Sonde zum Mond schicken.

Das Nachbarland Nordkorea hatte angesichts der Startvorbereitungen gefordert, der Uno-Sicherheitsrat müsse sich mit dem südkoreanischen Raketenprogramm genauso befassen wie mit dem Nordkoreas. Seoul wies diesen Vergleich jedoch mit der Begründung zurück, dass es sich bei seinem Raketenstart um ein rein wissenschaftliches Projekt handele.

mbe/AFP/dpa
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