Satellit zerstört Südkoreas Raketenmission scheitert erneut

Erneuter Fehlschlag für das südkoreanische Raumfahrtprogramm: Auch die zweite Trägerrakete des Landes konnte einen Satelliten nicht wie geplant in den Orbit bringen. Letztes Jahr war bereits der erste Versuch gescheitert.
Südkoreanische "Naro"-Rakete (10. Juni): Fehlschlag beim zweiten Versuch

Südkoreanische "Naro"-Rakete (10. Juni): Fehlschlag beim zweiten Versuch

Foto: POOL/ REUTERS

Seoul - Auch der zweite Versuch Südkoreas, einen Satelliten ins All zu schießen, ist gescheitert. Die Rakete ist offenbar zwei Minuten nach dem Start explodiert. Auf den Bildern einer Kamera an der Spitze der Rakete sei ein heller Blitz zu sehen gewesen, erklärte der südkoreanische Wissenschaftsminister Ahn Byong Man. Das lasse auf eine Explosion schließen.

137 Sekunden nach dem Start war der Funkkontakt abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt sei die zweistufige "Naro"-Rakete 70 Kilometer von der Erde entfernt gewesen, sagte Lee Joo Jin, Chef des südkoreanischen Raumforschungsinstituts.

Zuschauer mit südkoreanischen Fahnen hatten den Start gefeiert. Die Rakete hob um 10.01 Uhr mitteleuropäischer Zeit ab. Der Satellit sollte sich eigentlich in 302 Kilometern Höhe von der Rakete lösen, die jedoch offenbar von ihrer vorgesehenen Route geriet.

Südkorea bemüht sich seit Jahren, einen Satelliten mit Hilfe einer eigenen Rakete in die Umlaufbahn zu schießen. Derzeit sind weltweit neun Nationen dazu in der Lage. Im August war ein erster Versuch gescheitert, weil sich die Verkleidung des Bugkonus' nicht öffnete, was die Ablösung des Satelliten von der Rakete ermöglichen soll.

Der Start am Donnerstag war ursprünglich für Mittwoch geplant gewesen, musste aber wegen eines Lecks im Feuerlöschsystem verschoben werden. "Obwohl der Kontakt abgebrochen ist, hoffe ich, dass wir aus Norwegen oder den USA gute Neuigkeiten bekommen", hatte Ministerpräsident Chung Un Chan noch gesagt, der im Raumfahrtzentrum den Start verfolgte. Diese beiden Länder sollten Nachrichten über die Bahn des Satelliten an Südkorea übermitteln. Doch kurz darauf erreichte ihn die Nachricht, dass die Rakete explodiert ist.

Für die Entwicklung des Prestigeprojekts hatte Südkorea mit Russland zusammengearbeitet. Bislang schickte Seoul seine Satelliten stets mit Hilfe von Trägerraketen anderer Länder ins All. Bis 2018 will Südkorea ein eigenes Trägersystem bauen und bis 2025 eine Sonde zum Mond schicken.

boj/AFP/Reuters/dpa/AP
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