Satellitenbild der Woche Dichter Rauch über Australien

Die anhaltenden Buschbrände in Australien sind auch vom Weltall aus sichtbar. Im Bundesstaat Victoria kämpfen seit Tagen über 4000 Feuerwehrleute gegen mittlerweile 19 Brände. Die Rauchschwaden verhindern sogar Einsätze von Löschflugzeugen.


Sydney - Mittlerweile 500.000 Hektar Land sind im australischen Bundesstaat Victoria verbrannt. Die seit zwei Wochen wütenden Buschfeuer bedrohen mehrere Städte. Auch in New South Wales und Tasmanien waren Brände außer Kontrolle. 4000 Feuerwehleute sind im Einsatz. Ausgelöst wurden die Feuer durch Blitzeinschlag. Wegen der durch Rauch verschlechterten Sicht mussten Löschflugzeuge teilweise am Boden bleiben.

Südosten Australiens: Fast 20 Brände wüten im Bundesstaat Victoria
ESA

Südosten Australiens: Fast 20 Brände wüten im Bundesstaat Victoria

Der Esa-Satellit "Envisat" hat die Rauchsäulen über dem fünften Kontinent aus dem All beobachtet. Schon seit Jahren überwacht und registriert die europäische Raumfahrtbehörde Brände weltweit mit ihren Spähern im Orbit. Spezielle Instrumente an Bord von "Envisat" und von "ERS-2" messen die emittierte Infrarotstrahlung, anhand der Oberflächentemperaturen berechnet und Feuer erkannt werden können. Im sogenannten World Fire Atlas (WFA) sind die Daten online abrufbar.

Bei der Bekämpfung der Buschbrände ist nun ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Der 48-Jährige versuchte, einen Brand zu löschen, als er von einem Lkw fiel und von einem nachfolgenden Fahrzeug überfahren wurde, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Zugleich machten Wettervorhersagen den Bewohnern des Bundesstaats Victoria aber Hoffnung, dass sich die Lage möglicherweise bald etwas entspannen könnte. Der Wind, der die Brände zuletzt immer wieder anheizte, und die Temperaturen sollten in den kommenden Tagen nachlassen, hieß es.

Flucht an den Strand

Auf der Flucht vor den immer verheerender werdenden Buschbränden haben Bewohner einer Siedlung im Bundesstaat Tasmanien am Donnerstag Schutz am Strand gesucht. "Am besten ist, zum Strand zu kommen und darauf zu hoffen, dass die Feuerwehr ihre Arbeit macht", sagte Anwohner Shane Hodge. Die Flammen schnitten sämtliche Zufahrtswege von Four Mile Creek ab und brannten ein Haus nieder.

Australien wird im Sommer regelmäßig von Buschfeuern heimgesucht. Im Januar 2005 starben im Bundesstaat South Australia bei den schlimmsten Bränden seit 22 Jahren neun Menschen. Nach Einschätzung der Feuerwehr ist die Brandgefahr in diesem Jahr in vielen ländlichen Gebieten Australiens wegen der anhaltenden Trockenheit extrem hoch.

hda/rtr

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