Satellitenbild der Woche Doppelschlag im Delta

Binnen kürzester Zeit ist die indische Provinz Orissa gleich zweimal überflutet worden. Aus dem All ist gut zu erkennen, welch riesige Flächen das Wasser überspült hat. Mehr als 150.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, mindestens 60 starben.


Hamburg - Zweimal innerhalb von zwei Wochen kam das Wasser. Schwere Regenfälle haben in den vergangenen Tagen dafür gesorgt, dass der indische Bundesstaat Orissa gleich doppelt überflutet wurde. Die Flüsse Brahmani und Mahanadi waren durch die besonders starken Regenfälle am Ende der Monsunsaison angeschwollen. Rund um die Städte Jajpur und Cuttack traten die Wasserläufe über die Ufer.

Mehr als 150.000 Menschen mussten sich vor der Flut in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Bilder des Nasa- Satelliten "Terra" zeigen, wie groß das betroffene Gebiet an der Mündung der Flüsse in den Golf von Bengalen war. Das erste Bild - vollständig zu sehen, wenn der Schieberegler auf der rechten Seite steht - zeigt sozusagen den Normalzustand. Aufgenommen wurde es am 28. September 2010.

Schiebt man den Regler dagegen ganz nach links, offenbart sich die brutale Macht der Flut, die nach Angaben indischer Zeitungen mindestens 60 Menschen das Leben gekostet hat: Im aktuellen Bild dominiert das Blau des Wassers, wo ein Jahr zuvor noch leuchtendes Grün zu sehen war.

Für die hier gezeigten Aufnahmen wurden Daten sowohl im Bereich des sichtbaren Lichts als auch im Bereich des Infrarotspektrums gesammelt. So soll der Kontrast zwischen Wasser und Land erhöht werden. Das Flusswasser direkt an der Mündung in den Golf von Bengalen ist in der aktuellen Satellitenaufnahme deutlich heller als vor einem Jahr. Das liegt daran, dass die Wassermassen besonders viel Schwebstoffe mitgerissen haben.

Langsam gehen die Wasserstände nun zurück. Das bedeutet aber auch, dass die indischen Behörden weiterhin Dörfer aus der Luft mit Nahrung versorgen müssen. Der für die Nothilfe zuständige Minister Surya Patra sagte, in Orissa seien dafür fünf Helikopter im Einsatz. Außerdem habe man 260 Hilfszentren eingerichtet. Auch das Rote Kreuz hat unter anderem Planen und Kochgeräte an die betroffene Bewohner der Küstengebiete verteilt.

chs



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