Satellitenbild der Woche Fotokunst aus dem All

Forscher haben aus zahlreichen Satellitenbildern eine Gesamtansicht der Erde montiert. Das Ergebnis ist nicht nur ein faszinierendes Bild, sondern zeigt auch, wie Satelliten inzwischen jeden Winkel des Planeten auf verschiedene Arten beobachten können.


Wolken, Wüsten, Ozeane und die Lichter von nächtlichen Metropolen: Forscher haben aus einer großen Menge Satellitendaten ein kunstvolles Bild des Globus zusammengesetzt. Die Nasa feiert das Bild als "Zeugnis der Leidenschaft und Kreativität von Wissenschaftlern", die zu verstehen versuchten, wie das Land, der Ozean, die Atmosphäre und das Leben selbst eine lebensfreundliche Umgebung auf der Erde erschaffen haben.

Die Erde, zusammengesetzt aus zahlreichen Satellitenbildern: Kunstvolles Stück Wissenschaft
NASA

Die Erde, zusammengesetzt aus zahlreichen Satellitenbildern: Kunstvolles Stück Wissenschaft

Etwas weniger schwärmerisch ausgedrückt, handelt es sich hier um eine Melange aus mehreren Ebenen globaler Satellitendaten von den Landflächen über das polare Meereis bis hin zu den Ozeanen. Auch das Licht, das vom Chlorophyll in Milliarden mikroskopischer Meerespflanzen reflektiert wird, ist in den Aufnahmen enthalten.

Die Daten-Ebene der Landflächen etwa basiert auf fotoähnlichen Bildern: Das Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (Modis) an Bord des Nasa-Satelliten "Terra" hat das vom Land reflektierte Sonnenlicht im Juli 2004 aufgenommen, ebenso wie die Meereis-Ebene am 6. September 2001 und die Wolkendecke am 20. Juli 2001. Die Ozean-Ebene ist ihrerseits aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt: In Gebieten mit flachem Wasser zeigt das Bild das vom Meer reflektierte Licht im Juli 2004. Auf dem offenen Ozean ist die Foto-Ebene mit Daten des durchschnittlichen Chlorophyll-Gehalts des Jahres 2004 versehen.

Die topografische Bildebene stammt von Radardaten, die der Space Shuttle "Endeavour" während einer elftägigen Mission im Februar 2000 gesammelt hat - abgesehen von der Topografie der Arktis, die vom Radarsat Antarctic Mapping Project stammt. Die Lichter der Städte im nächtlichen Europa, Asien und Afrika wurden im Rahmen des Defense Meteorological Satellite Program 1994 und 1995 gesammelt.

Die Forscher haben diese Daten-Ebenen am Computer um einen virtuellen Globus gewickelt und ihn vor einen schwarzen Hintergrund gestellt. Anschließend simulierten sie die bläulich-dunstige Grenze zwischen Weltall und Erdatmosphäre, die oft auf Astronauten-Fotos zu sehen ist.

Die Nasa bietet die meisten dieser Datenebenen jeden Monat als zusammengesetzte Bilder in ihrer "Blue Marble Next Generation"-Sammlung an. Sie können frei verwendet und weiterverteilt werden - "damit die Menschen die Schönheit unseres Planeten schätzen lernen", so die Nasa.

mbe

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