Satellitenbild der Woche Hitzestau über Amerika

Der August brachte den USA extremes Wetter: Schwere tropische Stürme, starke Niederschläge und hohe Temperaturen. Der Nasa-Satelliten "Aqua" hat diese August-Hitze aus dem All beobachtet.


Fast ganz Nordamerika scheint zu glühen. Zumindest suggeriert dies das Falschfarbenbild des Nasa-Satelliten "Aqua". Das Foto dokumentiert jene Hitzewelle, die den Nordamerika Anfang August fest im Griff hatte. In Washington wurden Rekordtemperaturen gemessen: 39 Grad Celsius. Seit 1930 seien an einem 8. August in der US-Hauptstadt keine derart hohen Werte mehr verzeichnet worden, teilte der Wetterdienst mit. Gewöhnlich betrage die Temperatur zu dieser Zeit etwa 31 Grad.

Glühender Backofen: Das Bild suggeriert Hitze, und die zeigt es auch: Gelb und Rot stehen für besonders starke Wärmeabstrahlung
NASA / CERES

Glühender Backofen: Das Bild suggeriert Hitze, und die zeigt es auch: Gelb und Rot stehen für besonders starke Wärmeabstrahlung

Nicht nur Washington, sondern das ganze Land stöhnte unter der Hitze. Von der West- bis zur Ostküste - fast überall war es wärmer als 35 Grad Celsius. Wegen extrem aufgeheizter Bahngleise wurde sogar der Zugverkehr an der Ostküste beeinträchtigt. Durch die Überlastung des Elektrizitätsnetzes kam es zudem immer wieder zu Stromausfällen.

Die Aufnahme, angefertigt am 8. August mit dem Clouds and the Earth’s Radiant Energy System (Ceres) an Bord von "Aqua", zeigt die von der Erde emittierte Wärmestrahlung. Helles Gelb steht für besonders hohe Werte von 350 Watt pro Quadratmetern, danach folgen rot und blau für Werte von 300 bis 200. Weiße Flächen strahlen Energie mit 125 Watt pro Quadratmetern ab.

Schuld an der extremen Hitzewelle war ein Hochdruckgebiet, das eine Jet-Stream genannte Luftströmung stabil oberhalb der US-kanadischen Grenze entlang fließen ließ. Der Luftstrom in hohen Atmosphärenschichten verhinderte so, dass kühlere Luftmassen von Kanada aus nach Süden vorstoßen konnten. Die heiße Luft saß quasi in den USA fest.

Die Temperaturen an der Erdoberfläche hängen davon ab, welcher Anteil der absorbierten Sonneneinstrahlung wieder abgestrahlt wird. Das Instrument Ceres kann sowohl die kurzwellige Sonneneinstrahlung als auch die langwellige Abstrahlung der Erde erfassen. Kohlendioxid in der Atmosphäre mindert die Fähigkeit zur Wärmeabstrahlung, weshalb es als Hauptverursacher des Treibhauseffekts gilt.

hda



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