Satellitenbild der Woche Kaliforniens Bakterien-Buchten

Kalifornien wird nicht nur regelmäßig von Erdbeben heimgesucht. Die Bewohner des Sonnenstaats werden sogar am Strand von Ungemach belauert. Forscher haben einmal nachgesehen, was so alles im feinen Sand steckt - und fanden vieles, aber wenig Erfreuliches.

Strahlender Sonnenschein, angenehme Wärme, sonnengebräunte und durchtrainierte Körper - für deutsche Wetteropfer mag Kalifornien, in diesen Tagen besonders, das Ziel aller Träume sein. Auf diesem Bild des europäischen Satelliten Envisat, das am Mittwoch dieser Woche entstand, wirken Kalifornien und Mexikos 1220 Kilometer lange Baja-California-Halbinsel wie das wolkenlose Paradies auf Erden.

Allerdings haben Forscher jetzt herausgefunden, dass man sich bei einem Sonnenbad an einem der vielen kalifornischen Strände um mehr sorgen sollte als um den passenden UV-Schutz. Die Experten der University of California in Los Angeles haben systematisch geprüft, was so alles im Sand der Strände steckt - und haben reiche Beute gemacht. Das allseits bekannte und zurecht unbeliebte Bakterium Escherichia coli kommt in den oberen Schichten des Sandes in großer Menge vor, genauso wie auch Enterokokken. Letztere tummeln sich etwa im menschlichen Darm - was die unangenehme Frage aufwirft, wie die kleinen Gesellen wohl in den Sand gekommen sein mögen.

Das Forscherteam um Jennifer Jay hat Strände in der Bucht von Santa Monica untersucht, darunter so berühmte Touristenmagneten wie Malibu Beach. Das Ergebnis: Bakterien sind allgegenwärtig, selbst wenn das Meerwasser sauber ist. Die höchsten Konzentrationen wurden ausgerechnet in den besonders idyllischen Mini-Badebuchten mit entsprechend isolierten Stränden festgestellt. "Die Enterokokken-Messwerte waren dort rund 1000 Mal höher als an Stränden am offenen Ozean", sagte Jay.

Ob an den Stränden auch andere gefährliche Mikroorganismen lauern, wissen die Forscher noch nicht. Sie haben deshalb bereits angekündigt, den Sand demnächst auch auf Viren zu untersuchen.

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