Satellitenbild der Woche Riesiger Plankton-Teppich vor Irland

Phytoplankton ist die Basis fast allen Lebens in den Ozeanen. Ein Satellit hat jetzt einen gewaltigen Streifen der winzigen Pflanzen fotografiert, der sich wie eine Barriere vor die Westküste Irlands legt.


Phytoplankton, die am weitesten verbreitete Form von Leben in den Weltmeeren, besteht aus mikroskopisch kleinen Pflanzen, die an der Wasseroberfläche treiben. Wie auch die Pflanzen an Land benutzt Phytoplankton das grün pigmentierte Chlorophyll für die Photosynthese, die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie.

Phytoplankton-Teppich vor Irland: Winzige Pflanzen auf einer Strecke von rund 500 Kilometern
ESA

Phytoplankton-Teppich vor Irland: Winzige Pflanzen auf einer Strecke von rund 500 Kilometern

Ein Bild des europäischen Satelliten "Envisat" vom Dienstag zeigt einen gewaltigen Teppich blühenden Phytoplanktons, der sich im Nordatlantik entlang der gesamten Westküste Irlands erstreckt. Damit erreicht er eine Länge von rund 500 Kilometern.

Phytoplankton wird auch "Gras der See" genannt, weil es die Nahrungsbasis für fast alle Lebensformen in den Ozeanen bildet. Es wird vom tierischen Plankton, dem sogenannten Zooplankton vertilgt, das wiederum von Fischen und Walen gefressen wird.

Das Phytoplankton bildet aber nicht nur die Grundlage der Nahrungskette in den Ozeanen, sondern bindet auch große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Deshalb spielt es eine Schlüsselrolle in den globalen Klimaprozessen.

Phytoplankton ist allerdings nicht immer harmlos. Einige Algenarten etwa sind giftig, andere können durch explosive Vermehrung dem Wasser den Sauerstoff entziehen und Fische ersticken. Das Vorkommen dieser schädlichen Algenblüten, von Forschern auch Harmful Algae Blooms (HAB) genannt, hat sich in den vergangenen 30 Jahren dramatisch gesteigert. Satellitenbilder können zur Frühwarnung eingesetzt werden, etwa um Fischzüchter vor dem Verlust ihrer Bestände zu warnen.

mbe

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