Satellitenbild der Woche Sandsturm aus dem ewigen Eis

Wüsten und Steppen sind die Orte, an denen man Sandstürme vermuten würde. Doch auch in viel höheren Breiten treten sie auf. Aus dem All fotografierten Forscher eine Staubfahne in Alaska.


Gletscher binden Süßwasser, archivieren die Klimageschichte des Planeten und transportieren riesige Findlinge auf ihrem Weg. Die Eispanzer zermahlen mit ihrer Riesenlast Steine zu feinem Material, Silt oder Schluff genannt. Wird der Schluff vom Wind erfasst, an einen anderen Ort transportiert und abgelagert, sprechen Geologen vom Löss.

Alaska: Sandsturm mit Gletschermaterial
NASA / Jeff Schmaltz / MODIS / Goddard Space Flight Center

Alaska: Sandsturm mit Gletschermaterial

Auf diesem Foto des Nasa-Satelliten "Aqua" von Anfang November weht eine große Löss-Fahne auf den Pazifik hinaus. Sie stammt aus dem Copper-Valley an der Küste Alaskas. Dieses Flusstal ist reich an Löss. Sogar kleine Dünen formen sich im Tal aus dem gemahlenen Material.

Für diesen Sandsturm aus den Gletscherkörnchen muss allerdings eine ganz besondere Wetterlage herrschen, nicht jeder Wind kann ihn hervorrufen. Nur der warme Föhn - in Amerika wird der Fallwind Chinook genannt - transportiert das feine Material ab. Denn er zieht von den Bergen hinunter zur Küste und bläst dabei dem Talverlauf folgend nah über dem Boden. Die Geländeform bestimmt daher seine Richtung mit. Oben rechts kann man in dem "Aqua"-Bild sogar erkennen, wie der Wind einem großen Knick im Tal folgt.

Lagert Löss sich über Land ab, können fruchtbare Braun- und Schwarzerden entstehen. Das gemahlene Material aus dem Copper-Valley wird hingegen am Meeresboden Sedimentschichten bilden.

stx

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