Satellitenbild der Woche Weltkarte der Blitzschläge

Der Sommer bringt wieder Gewitter mit Blitzen. Aus dem Weltall können Forscher beobachten, wie die mehrere Tausend Grad heißen Einschläge über den Globus verteilt sind - und daraus etwas über die Lüftung der Erde lernen.


Mehr als zwei Millionen Blitze im Jahr - wer diesen Durchschnittswert für Deutschland schon hoch findet, den wird überraschen, dass es hierzulande ziemlich selten blitzt im globalen Vergleich. Indien, Afrika südlich der Sahara, Südostasien, Süd- und Mittelamerika, aber auch große Teile der USA erscheinen auf der Blitz-Weltkarte der US-Weltraumbehörde Nasa tiefrot. Weite Gebiete Deutschlands hingegen sind in blassem Türkisgrün eingefärbt - durchschnittlich rund anderthalb Blitze pro Jahr und Quadratkilometer bedeutet das.

Blitz-Weltkarte: Tiefrote Gebiete in Afrika, Asien und Amerika
NASA

Blitz-Weltkarte: Tiefrote Gebiete in Afrika, Asien und Amerika

Am häufigsten blitzt es hierzulande noch im Schwarzwald, was sich auf der Montage der Nasa noch - mit Mühe - erkennen lässt. Stärker ins Auge fallen die dunkelroten bis schwarzen Flecken über den tropischen Gebieten Afrikas, Indonesiens und der Karibik. Dort können bis zu 70 Blitze im Jahr einen einzigen Quadratkilometer treffen.

Gegenden um den Äquator herum zeigen die größte Blitzhäufigkeit, da dort wegen der stärkeren Konvektion - dem Wärmetransport im Partikelstrom aufsteigender Luft - häufiger Gewitter entstehen als in den gemäßigten Breiten. Schätzungsweise gibt es zu jedem Zeitpunkt zwischen 2000 und 3000 Gewitter auf der Erde, aus denen über 100 Blitze pro Sekunde niedergehen. Allerdings schlägt nur ein Bruchteil davon in den Boden ein.

Für Wissenschaftler sind die Blitze als Hinweise auf Gewitter und damit auch auf den vertikalen Luftaustausch in der Atmosphäre interessant. "Konvektion ist eine der Schlüsselfunktionen im System der Erde, um abends Hitze und Feuchtigkeit auszulüften", schreiben die Experten vom Earth Observatory der Nasa.

Die Daten für diese Blitz-Weltkarte stammen von den Sensoren zweier Satelliten. Der "Lightning Image Sensor" an Bord des "Tropical Rainfall Measuring Mission Satellite" nahm zwischen 1997 und 2002 die weltweite Blitzintensität auf. Daten eines Instruments des Satelliten "OrbView-1" wurden ebenso verwendet. Die Weltkarte löst Flächen von bis zu einem Quadratkilometer auf.

stx

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