SPIEGEL ONLINE

Bröckelndes Geröll Der Saturn verliert seine Ringe

Dem zweitgrößten Planeten des Sonnensystems kommt sein Wahrzeichen abhanden: Die Ringe des Saturn zerbröseln erstaunlich schnell.

100.000 Ringe umfassen den Saturn, ihr äußerer hat einen Durchmesser von nahezu einer Million Kilometer. Erstaunlich dünn sind die Ringe, der dickste misst gerade mal 100 Meter. Eine Schallplatte mit dem gleichen Verhältnis von Dicke zu Durchmesser wäre nicht mal einen Zehntausendstel Millimeter hoch.

Die Saturnringe gehen ihrem Ende entgehen. Stetig bröckelt Geröll und Eis aus den Ringen auf den Planeten - weitaus mehr als angenommen, berichten Astronomen. In astronomisch gesehen kurzer Frist könnten die Ringe verschwunden sein, der Planet verliert dann sein Wahrzeichen.

Den Verfall der Ringe bestimmten Nasa-Forscher um James O'Donoghue mit einem Teleskop auf der Pazifikinsel Hawaii, mit dem sie die Atmosphäre des Planeten nach einer besonderen Form des Gases Helium absuchten, nach Helium-3. Es entsteht, wenn Partikel durch die Atmosphäre schießen - im Falle des Saturns handelt es sich bei den Geschossen vor allem um Trümmerteile aus den Ringen.

Ergebnis: Etwa 10.000 Kilogramm pro Sekunde regnen aus den Ringen, zehnmal mehr als angenommen.

Die Zerfallsrate der Ringe lasse darauf schließen, dass es noch 300 Millionen Jahre dauern dürfte, bis sie verschwunden seien. Vielleicht sind es auch eine Milliarde, oder auch nur 170 Millionen, genau lasse es sich nicht voraussagen, schreiben Nasa-Forscher um James O'Donoghue im Fachmagazin "Icarus" .

Fotostrecke

Saturn: Schwindende Ringe

Foto: NASA NASA/ REUTERS

Fest stehe jedoch: In astronomisch kurzer Zeit ist der Saturn nackt.

boj
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.