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Saturnmond Titan Forscher finden Hinweise für außerirdisches Leben

Minus 180 Grad Celsius: Der Saturnmond Titan scheint ein unwirtlicher Ort. Trotzdem gilt der Titan als erdähnlichster Himmelskörper des Sonnensystems. Jetzt liefert die Sonde "Cassini" überraschende Daten. Sie deuten auf Stoffwechselvorgänge primitiver Lebensformen.

Der Saturnmond Titan ist ein unwirtlicher Ort. Auf seiner Oberfläche herrschen im Durchschnitt minus 180 Grad Celsius. Es gibt Berge, Dünen und riesige Seen - anstelle von Wasser regnet es jedoch flüssiges Methan. Erst vor kurzem hatte die Raumsonde "Cassini" einen Methan-See entdeckt, der größer als das Kaspische Meer ist.

Dennoch gilt der Titan als der erdähnlichste Himmelskörper des Sonnensystems, der Ähnlichkeiten zur Erde aufweist, als sie noch jung war. Bereits 2005 vermuteten Wissenschaftler, dass auf diesem Mond Mikroben leben könnten, die Wasserstoff atmen, sich vom Gas Acetylen ernähren und als Folge dessen Methan ausscheiden.

Seit 2004 umkreist "Cassini", die von der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa, der europäischen Raumfahrtorganisation Esa und der italienischen Weltraumagentur Asi betrieben wird, den Saturn und sammelt Informationen über den Planeten und seine Monde.

Inzwischen hat "Cassini" neue Daten zur Erde geschickt, die die Vermutung weiter untermauern, auf dem Titan könnte es Leben geben. Messungen der Sonde hatten ergeben, dass die Konzentration von Acetylen und Wasserstoff in der Atmosphäre des Mondes überraschend gering ist. Roger Clark und das "Cassini"-Wissenschaftlerteam stellten das Fehlen von Acetylen auf der Mondoberfläche fest, nachdem sie die Verteilung von Kohlenwasserstoffen auf Titan analysiert hatten.

Exotisches Leben?

Doch das stellte die Wissenschaftler vor ein Rätsel, denn eigentlich werden beide Gase durch die Sonneneinstrahlung in großen Mengen in der Mondatmosphäre produziert. Möglicherweise nutzen Lebensformen Acetylen als Energiequelle, berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins "New Scientist".  Die Stoffwechselvorgänge solcher primitiver Lebensformen könnten demnach für einen Abbau dieser Gase sorgen.

Forscher um Darrell Strobel von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore unterstützen diese Annahme jetzt in einer weiteren Studie: Demnach entsteht in der Atmosphäre Wasserstoff, geht auf der Oberfläche nieder und scheint dort merkwürdigerweise zu verschwinden. Dies werten die Forscher als ein weiteres Indiz für die Existenz exotischer Lebensformen auf dem Titan, die für ihr Überleben Wasserstoff benötigen.

Solche Lebensformen sind allerdings noch reine Theorie. Was genau auf der Titan-Oberfläche jedoch vor sich geht, ist noch ungewiss. Um zwischen biologischen und nichtbiologischen Prozessen zu unterscheiden, seien noch zusätzliche Missionen zum Saturnmond nötig, erklären die Forscher.

cib/ddp
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