Astronomische Sensation Forscher wollen erstes Foto von schwarzem Loch zeigen

Forscher eines Teleskopverbunds haben für Mittwoch sechs gleichzeitige Pressekonferenzen weltweit angekündigt. Experten sind sich einig: Die Wissenschaftler zeigen das erste Bild von einem schwarzen Loch.

Schwarze Löcher haben eine extrem starke Anziehungskraft und saugen Materie in Strudeln auf (Symbolbild)
Getty Images

Schwarze Löcher haben eine extrem starke Anziehungskraft und saugen Materie in Strudeln auf (Symbolbild)


Seit Jahren arbeiten Forscher daran, einen Blick auf ein schwarzes Loch zu erhaschen. Die Objekte sitzen im Zentrum fast jeder Galaxie und saugen Materie auf wie ein Staubsauger. Selbst Licht kann der Anziehungskraft eines schwarzen Lochs nicht entkommen und wird einfach darin verschluckt. Dieser Lichtmangel macht es so schwer, die Objekte abzubilden.

In dem internationalen Forschungsprojekt Event Horizon Telescope (EHT) versuchen Forscher trotzdem, ein Bild zu machen. Dort laufen seit 2017 Daten eines globalen Netzwerks von Teleskopen zusammen, die auf Hawaii, in Arizona, Spanien, Mexiko, Chile und am Südpol stehen. Nun haben die EHT-Wissenschaftler für Mittwoch sechs Pressekonferenzen gleichzeitig angekündigt, um die ersten Ergebnisse des Projekts vorzustellen.

Der Aufwand lässt vermuten, dass es ihnen tatsächlich gelungen sein könnte, erstmals in der Geschichte der Wissenschaft ein schwarzes Loch zu fotografieren. Das wäre nobelpreisverdächtig. Für das Bild kommen vor allem zwei Schwarze Löcher infrage, die bislang im Fokus der Forscher standen. Eins davon liegt in unserer Milchstraße.

Schwarzes Loch mit 6,6 Milliarden Sonnenmassen

Sagittarius A* befindet sich etwa 26.500 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Masse von etwa 4,1 Millionen Sonnenmassen. Der zweite Kandidat heißt Messier 87 und liegt im Sternbild Jungfrau. Mit 55 Millionen Lichtjahren ist dieses schwarze Loch deutlich weiter von der Erde entfernt als das in der Milchstraße und hat mit etwa 6,6 Milliarden Sonnenmassen die mehr als tausendfache Masse.

Forscher diskutieren seit Beginn des 18. Jahrhunderts über die Objekte, die wir heute als schwarze Löcher bezeichnen. Vor etwa 50 Jahren entdeckten sie in Galaxien ungewöhnlich helle Bereiche, von denen eine starke Kraft ausging, die selbst Sterne anzog und sie auf diese Weise ungewöhnlich schnell kreisen ließ.

In den Sechzigerjahren prägte schließlich der Physiker John Archibald Wheeler den Begriff des schwarzen Lochs. Damals wurde klar, dass es sich bei den hellen Bereichen eigentlich um tiefschwarze Masseschlucker handelt, um die herum gut sichtbar weißglühende Gase und Plasma wirbeln. Überqueren Objekte einmal die Grenze zwischen dem hellen äußeren Bereich ins Dunkel, kommen sie nie wieder heraus.

Forscher erhoffen sich vom Bild eines schwarzen Lochs auch neue Erkenntnisse über mögliche Fehler oder Lücken in Einsteins Relativitätstheorie. Bislang hielt sie allerdings allen Prüfungen stand.

Im Video: Schwarze Löcher - Eine Zeitreise ins Universum

ZDF Enterprises

jme



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.