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Mars-Roboter: Sechs Jahre im Forschungseinsatz

Foto: AFP/HO/NASA/JPL

Sechs Jahre im Einsatz Nasa feiert Mars-Roboter "Spirit"

Altersschwach, beinahe bewegungsunfähig und doch noch voll im Einsatz: Seit sechs Jahren forscht der Nasa-Rover "Spirit" auf dem Mars. Bei der Nasa feiert man das Jubiläum - und nimmt sogar einen kosmischen Rekord ins Visier. Doch den zu erreichen wird schwierig.

Washington - Jubiläen zu feiern ist eine feine Sache, allerdings ist nicht immer ein rauschendes Fest angebracht. Zum Beispiel wenn der Geehrte mittlerweile arg gebrechlich ist - so gebrechlich, dass man sein baldiges Ableben fürchten muss. Und dann sind die Gratulanten noch so weit entfernt, dass es mit einer richtigen Party auch nichts werden kann. Wenn außerdem nach jedem gesagten Satz viele Minuten der Stille folgen, hat man auch keine rechte Lust auf Small Talk.

Und doch feiert die US-Weltraumbehörde Nasa voller Begeisterung den sechsten Jahrestag der Ankunft ihres Forschungsroboters "Spirit" auf dem Mars. Denn eigentlich sollte das sechsrädrige Maschinchen, dessen Zwilling "Opportunity" wenige Tage nach ihm auf der Oberfläche des Roten Planeten landete, gerade einmal drei Monate lang Daten liefern.

Doch inzwischen haben beide Rover mehr als eine Viertelmillion Bilder geliefert und eine Strecke von 26 Kilometern auf dem Mars zurückgelegt. Sogar ein kosmischer Rekord ist greifbar nahe: Rund vier Monate muss "Spirit" noch mehr oder weniger zuverlässig arbeiten, um den Titel der am längsten auf dem Mars operierenden Maschine zu ergattern. Im Moment hält der Lander "Viking 1" den Rekord mit sechs Jahren und 116 Tagen Funktionsdauer.

Zwei von sechs Rädern sind ausgefallen

Allerdings hat "Spirit" schon seit längerer Zeit arge Probleme - und vorgesehen sind deswegen erst einmal nur 90 weitere Missionstage. Zwei der sechs Räder - rechts vorn und rechts hinten - sind mittlerweile ausgefallen, das Fahrzeug steckt außerdem seit dem Frühjahr in losem Sand am Rande des Troy-Kraters fest. "Mit nur vier funktionsfähigen Rädern sieht es nicht gut aus", sagt John Callas, Projektmanager der Nasa am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (US-Bundesstaat Kalifornien).

Alle Versuche, "Spirit" zu befreien, haben einstweilen dazu geführt, dass das Fahrzeug noch weiter eingesunken ist. Bei der US-Raumfahrtbehörde hat man Angst, dass der Rover im kommenden Marswinter auf der Südhalbkugel zu wenig Sonnenstrahlen abbekommt, um seine Batterien aufzuladen - und so für immer verstummen könnte. Denn wenn der Roboter bewegungslos verharren muss, hat er keine Chance, den Mars-Staub von den Solarzellen zu schütteln. Außerdem ist seine Oberfläche sogar leicht nach Süden geneigt - was unpraktisch ist, weil die Sonne in den kommenden Monaten flach am Nordhimmel auf- und untergehen wird.

Bereits in der Vergangenheit hatte "Spirit" immer wieder Computerprobleme: Daten verschwanden aus dem Speicher, der Bordrechner des 180 Kilogramm schweren Geräts startete mehrmals aus unbekannten Gründen neu. Die Nasa hatte zwischenzeitlich sogar die Stilllegung des Rovers erwogen, den Plan aber nach Protesten von Forschern wieder zurückgezogen.

Doch selbst ein festsitzender "Spirit" mit Computerproblemen hat noch bei einer Entdeckung geholfen: Durch die Versuche, ihn zu befreien, wurden Spuren von Sulfaten aufgewirbelt. Sie entstanden nach Ansicht der Nasa-Forscher aus Wasserdampf.

chs/AFP/AP
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