Seltenes Naturphänomen Wild nach Erdbeermond

In der Nacht zu Dienstag kam es am Himmel zu einem besonders schönen Vollmond: Der Erdtrabant leuchtete genau in der Nacht der Sommersonnenwende - in einem satten Orangerot.

DPA

Über Deutschland hat in der Nacht auf Dienstag der Mond in einem besonders intensiven Rotorangeton geleuchtet. Bekannt ist das als Erdbeermond - auch wenn es nicht ganz der satte Farbton der Frucht war.

Dass der Mond sich rötlich färbt, liegt an der unterschiedlichen Brechung des Lichts - das passiert immer mal wieder, nicht nur im Juni. Der aktuelle Vollmond war auf der ganzen Nordhalbkugel zu sehen - sofern ihn die Wolkendecke nicht verdeckt hat.

Besonders war der Mond aber aus einem anderen Grund: Die Sonne hatte mittags ihren höchsten Stand, der Mond um Mitternacht seine niedrigste Kulminationshöhe - die Position, die die Sonne in einem halben Jahr, zu Winteranfang, haben wird. Somit konnten innerhalb eines Tages extreme Positionen beider Gestirne beobachtet werden.

Das sei zuletzt 1967 der Fall gewesen und werde erst wieder 2062 passieren, hieß es laut Medienberichten - wer den Erdbeermond in dieser Konstellation verpasst hat, müsste also 46 Jahre warten.

Der Name Erdbeermond hat nichts mit der Farbe zu tun. Er stammt von amerikanischen Ureinwohnern und bezieht sich auf Juni-Vollmonde ganz allgemein - vermutlich haben die Indianer den Beginn der Erdbeerernte mit dem Mond verknüpft. In anderen Kulturen wird er auch "Honigmond" oder "Rosenmond" genannt.

Gleichzeitig wurde in der Nacht zum 21 Juni in den nördlichen Ländern die Sommersonnenwende gefeiert. Im britischen Stonehenge kamen zahlreiche Menschen zusammen - viele hatten Blumenschmuck in den Haaren - wie beim schwedischen Mittsommerfest.

joe

insgesamt 10 Beiträge
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guilty 21.06.2016
1.
ein seltenes phänomen und ich verschlaf es einfach .
Crom 21.06.2016
2.
Wäre es dann nicht sinnvoll gewesen, darauf ein Tag früher hinzuweisen, wie beim Erntemond letztes Jahr.
Khaanara 21.06.2016
3. Der Blutmond
am 04.11. des letzten Jahres sah schöner aus und man hatte zumindest klaren Himmel dabei, um ihn zu beobachten.
Newspeak 21.06.2016
4. ...
Liebe Mitforisten, macht euch keinen Kopf, solche ko(s)mischen Koinzidenzen, so selten sie auch sind, sind doch eher langweilig. Sowas wie den Merkurtransit neulich, das muß man mitkriegen. Oder mal etwas Zufälliges, wie ein Halo um die Sonne, das kann man nicht planen. Ob der Vollmond mit dem Sommeranfang zusammenfällt ist sowas von unwichtig. Immerhin, es war diesmal ein Erdbeermond und kein Blutmond, wie es die Bild immer schreibt, bei Finsternissen.
permissiveactionlink 21.06.2016
5. Lichtbrechung ?
Natürlich ist es plausibel und nicht anders erklärbar, dass bei einer totalen Mondfinsternis wie am 04.11 letzten Jahres das Licht der Sonne in der Erdatmosphäre um die Erde herum gebrochen wird ("atmosphärische Refraktion") um dann auf den Mond im Kernschatten der Erde zu gelangen. Andernfalls könnten wir ihn gar nicht sehen : Der Mond wird nur von der Tagseite der Erde passiv beschienen ("Earthshine"), nicht von der Nachtseite. Die Farbe diese "Kupfermondes" kommt aber nicht durch Lichtbrechung zustande, sondern durch Lichtstreuung in der Erdatmosphäre, sog. "Rayleigh-Streuung". Gestern Nacht gab es aber gar keine Mondfinsternis ! Vor ca. sechs Tagen war der Mond am weitesten von der Erde entfernt. Am Horizont (und nur dort !) gelangt das vom Mond kommende, dort reflektierte Sonnenlicht tangential durch die Erdatmosphäre zum irdischen Beobachter. Auf dem Weg dorthin verliert das Licht ( bes. bei weit entferntem Mond) seinen Blauanteil und wird rötlich (höher am Himmel ist dieser Effekt viel geringer, da der Weg durch die Atmosphäre kürzer ist). Das ist auch bei der Sonne so, wenn sie nahe am Horizont steht. Mit Lichtbrechung hat das aber nichts zu tun.
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