Satellit "Sentinel-2A" Die ersten Fotos des Wächters

Europas neuer Erdbeobachtungssatellit, "Sentinel-2A", zeigt die Welt in kräftigen Farben. Erste Motive sind die Po-Ebene in Italien und die Côte d'Azur.

ESA

"Satelliten sehen nicht sehr sexy aus." Raumfahrt-Experte Volker Liebig im südamerikanischen Kourou spricht daher lieber davon, was hinter "Sentinel-2A" steckt: Mit dem Orbiter will die europäische Weltraumorganisation Esa die Erde genauer unter die Lupe nehmen, als dies bislang möglich ist.

Seit einer Woche ist "Sentinel-2A" im All. Der Satellit umkreist die Erde in 786 Kilometern Höhe. 2014 war "Sentinel-1A" gestartet, der die Erde mit Radarstrahlung abtastet. Beide Orbiter sind Teil des "Copernicus"-Programms der Esa zur Erd- und Umweltbeobachtung. Nach und nach wird dafür eine ganze Flotte von insgesamt 20 Satelliten ins All geschossen. Benannt sind die "Sentinel"-Satelliten nach dem englischen Wort für "Wächter".

Nun hat "Sentinel-2A" seine ersten Schnappschüsse zur Erde geschickt. Im Norden Europas versperrten Wolken den Blick auf die Erdoberfläche. Deshalb zeigen die von der Esa veröffentlichten Aufnahmen die italienische Po-Ebene und die französische Riviera - siehe Fotostrecke.

Open-Data vom Himmelsauge

Mit hochauflösenden Spektralbildern soll "Sentinel-2A" nach ersten Tests kontinuierlich Daten zum Zustand von Landschaften, Pflanzen und Wäldern sowie der Entwicklung von Ernten oder der Ausbreitung von Megastädten liefern. So kann schnell Kartenmaterial erstellt, die Entwicklung nach Erdbeben erfasst oder frühzeitig Ernteausfällen entgegenwirkt werden.

Nach einem Vulkanausbruch lasse sich sehr schnell herausfinden, wohin sich die Magmamassen bewegten und wie man Orte schützen könne, erläuterte Michael Menking, Leiter der Erdbeobachtung beim "Sentinel"-Hersteller Airbus Defence & Space.

Per Laser schickt "Sentinel-2A" seine Daten an geostationäre Satelliten, die das Material an vier Bodenstationen übermitteln. Der Satellit erfasst jeden Punkt der Erde spätestens alle zehn Tage. Mit dem für nächstes Jahr geplanten Zwillingssatelliten 2B schrumpft diese Frist auf fünf Tage.

Die zehn Satellitenpaare sind unterschiedlich fokussiert: etwa auf die Oberfläche von Land und Meeren, Temperaturveränderungen, Spurengase und Aerosole in der Atmosphäre oder die Entwicklung des Meeresspiegels.

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nik/AFP/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
DrStrom66 01.07.2015
1. Und was kann der Satelit noch
wenn ich da lese : Sentinel-Hersteller Airbus Defence & Space ! Dann hat doch dieser Satellit ein Publik Deckmäntelchen Forschung bekommen und noch obendrein die Mittel für die militärische Spionagetechnik. Die erzählen doch auch nur die halbe Wahrheit !
realist4 01.07.2015
2. Gibt es Artikel ohne Verschwörungstheorie?
Die neu gegründete Division Airbus Defence and Space mit Sitz in Ottobrunn bei München fasst die alten EADS-Divisionen Cassidian, Astrium und Airbus Military zusammen (Wikipedia). Einen Satelliten zu planen und bauen dauert Jahre, die kürzlich erfolgte Umorganisation und Namensänderung des Herstellers wird also wohl kaum urplötzlich zur Änderung des Anwendungsbereichs geführt haben. Außerdem sind die erfassten Daten öffentlich zugänglich. Der Start von Spionage- oder Militärischen Satelliten wird sicherlich nicht öffentlich angekündigt. Sie dürfen also ruhig schlafen, Sentinell wird sie nicht persönlich überwachen, eher die hunderte geheim gestarteten Satelliten aus den USA, Russland, China und auch Europa, aber so wichtig sind Sie auch wieder nicht.
exilant59 02.07.2015
3. 1. & 2.
...haben natürlich beide recht. Nur: was 1. schreibt , DENKEN noch nicht einmal unsere geschätzten gutmenschen, (...genauso wie herr snowdon ein veräter sein soll, ...wasn quatsch!).... Und was 2. schreibt ist auch richtig: wir sollten uns selbst nicht sooooo wichtig nehmen, ..... Und ich denke: ..... uns vielmehr als ein (erbärmlich winziger) teil dieses planeten sehen. Und diesen planeten mehr respektieren......! Nicht mehr für uns! Sondern für die generationen die es verdienen ebenso die wunder der erde noch irgendwann zu erleben.
schwerpunkt 03.07.2015
4.
Zitat von DrStrom66wenn ich da lese : Sentinel-Hersteller Airbus Defence & Space ! Dann hat doch dieser Satellit ein Publik Deckmäntelchen Forschung bekommen und noch obendrein die Mittel für die militärische Spionagetechnik. Die erzählen doch auch nur die halbe Wahrheit !
Sie haben recht. Man sollte sich bei der Vergabe von Aufträgen für die Herstellung und den Betrieb ziviler Satelliten ausschließlich auf Unternehmen konzentrieren, welche ausschließlich zivile Bio-Satelliten herstellen. Sie haben da sicher eine Liste solcher Unternehmen in Deutschland?
mustermannfrau 03.07.2015
5. Oh je ...
Zitat von schwerpunktSie haben recht. Man sollte sich bei der Vergabe von Aufträgen für die Herstellung und den Betrieb ziviler Satelliten ausschließlich auf Unternehmen konzentrieren, welche ausschließlich zivile Bio-Satelliten herstellen. Sie haben da sicher eine Liste solcher Unternehmen in Deutschland?
Die dürfen dann aber auch nur mit "Grünen" Raketen gestartet werden: vollständig wiederverwendbar, aus Bambus und mit Bio-Öl als Treibstoff!
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