»Tiangong« Chinesische Astronauten erreichen Raumstation

Die »Shenzhou-13« hat an der chinesischen Raumstation angedockt. Zwei Männer und eine Frau wollen dort nun sechs Monate bleiben.
Ye Guangfu, Zhai Zhigang und Wang Yaping (von links nach rechts) vor ihrem Start: Die Crew hat inzwischen ihr Ziel erreicht, die Raumstation »Tiangong«.

Ye Guangfu, Zhai Zhigang und Wang Yaping (von links nach rechts) vor ihrem Start: Die Crew hat inzwischen ihr Ziel erreicht, die Raumstation »Tiangong«.

Foto: LIU HUAIYU / EPA

Der erste Teil der Reise ist geglückt: Zwei chinesische Astronauten und eine Astronautin haben die Raumstation »Tiangong« (»Himmlischer Palast«) erreicht. Sechs Monate wollen sie dort bleiben – es wäre die längste bemannte chinesische Weltraummission.

Das Raumschiff »Shenzhou-13« war am Samstag um 0.23 Uhr (die Ortszeit entspricht Freitag 18.23 Uhr der mitteleuropäischen Sommerzeit) vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan im Nordwesten der Wüste Gobi aus ins All gestartet und dockte um 6.56 Uhr an der Raumstation an.

Erster Weltraumspaziergang einer Chinesin

Nach Angaben der chinesischen Raumfahrtbehörde sind alle drei Teammitglieder »in guter Verfassung«. In einem Live-Video waren sie schwebend in der Raumstation zu sehen. »Wir werden miteinander kooperieren, Manöver sorgfältig durchführen und versuchen, alle Aufgaben erfolgreich zu bewältigen«, sagte Wang Yaping, 41.

Für die Militärpilotin ist es schon der zweite Aufenthalt im All seit 2013. Nun soll sie als erste Frau aus China einen Weltraumspaziergang wagen. Geleitet wird die Mission von Zhai Zhihang, 55, der im Jahr 2008 als erster Mann aus China einen Weltraumspaziergang absolvierte. Zum Team gehört außerdem der Militärpilot Ye Guangfu, 41.

Das Kernmodul der »Tiangong« war erst Ende April in seine Erdumlaufbahn gebracht worden und befindet sich noch im Aufbau. Vollständig in Betrieb gehen soll die Raumstation nach den chinesischen Plänen im kommenden Jahr. Das Vorgängerteam hatte drei Monate auf der »Tiangong« verbracht und war im September zur Erde zurückgekehrt.

Kleiner und leichter als die ISS

Insgesamt plant die chinesische Raumfahrtbehörde elf Missionen zu der Station bis Ende 2022. Dabei sollen unter anderem zwei neue Laboreinheiten in den Orbit gebracht werden. Wenn alles fertig ist, wird die »Tiangong« rund 66 Tonnen wiegen – damit ist die Raumstation sehr viel kleiner und leichter als die Internationale Raumstation ISS. Diese wiegt rund 450 Tonnen.

China hat in den vergangenen Jahren Milliardensummen in seine Raumfahrtprogramme gesteckt, um zu den USA und Russland aufzuschließen. Befeuert wurden Chinas Raumfahrtambitionen zum Teil durch ein US-Verbot für chinesische Raumfahrer auf der ISS.

Die ISS wird in Kollaboration von den USA, Russland, Kanada, europäischen Staaten und Japan betrieben. Sie soll noch bis 2024 in Dienst sein. Aus China heißt es, man freue sich schon darauf, auch Astronauten anderer Staaten auf der »Tiangong« willkommen zu heißen. Nach amerikanischem Recht ist für eine Zusammenarbeit zwischen dem amerikanischen und dem chinesischen Raumfahrtprogramm erst die Zustimmung des Kongresses erforderlich. Mit Wissenschaftlern aus Frankreich, Schweden, Russland und Italien kooperiert China aber bereits.

vet/AP/AFP
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