Landung der "Shenzhou 10" China feiert seine Rekord-Taikonauten

Der Ausflug ins All dauerte 15 Tage: Mit drei Raumfahrern an Bord ist die "Shenzhou 10" in der Inneren Mongolei sicher zu Boden gegangen. Es war der bisher längste bemannte Raumflug Chinas - schon sehr bald ist eine unbemannte Mondmission geplant.


Peking - Die Kapsel schlug, gebremst von einem Fallschirm, in einer großen Staubwolke in einem Weidegebiet auf. Der Kommandeur des Raumfahrtprogramms sprach von einem "vollen Erfolg". Nach 15 Tagen im All ging das Raumschiff "Shenzhou 10" mit drei Taikonauten an Bord in der Inneren Mongolei im Norden Chinas zu Boden. Zwei Minuten nach der Landung um 8.07 Uhr Ortszeit (2.07 Uhr MESZ) wurde der Fallschirm abgesprengt. Fünf Minuten später erreichte die Bergungsmannschaft die Kapsel und öffnete die Luke für erste medizinische Tests. Die Raumfahrer seien "in gutem Zustand", teilte das Raumfahrtzentrum hinterher mit.

Etwa 70 Minuten nach der Landung kletterte Kommandant Nie Haisheng aus der Kapsel - und wurde mit wackeligen Beinen sofort auf einen Stuhl gesetzt. Ihm folgten Wang Yaping, die zweite chinesische Taikonautin im All, und Zhang Xiaoguang, 46. Alle drei winkten in die Kameras.

Die Taikonauten bekamen große Blumensträuße überreicht und traditionelle blaue Schals zur Begrüßung umgehängt. Kommandant Nie sagte: "Der Weltraum ist unser Traum, aber das Heimatland ist unser Zuhause." Auf dem fünften bemannten Raumflug Chinas hatten sie zwölf Tage lang das Raummodul "Tiangong 1" (Himmelspalast) bewohnt, das seit knapp zwei Jahren die Erde umrundet.

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"Shenzhou 10": Landung in der Inneren Mongolei

Ein Höhepunkt des Fluges von "Shenzhou 10" war eine Physik-Unterrichtsstunde, die Wang für rund 60 Millionen Schüler aus dem All gab. Mit Experimenten zeigte sie die Auswirkungen der Schwerelosigkeit. Auf dem Flug habe sie sich "zwei Träume" erfüllen können - nicht nur Astronautin, sondern auch Lehrerin zu werden, sagte die 33-Jährige nach der Landung.

"Tiangong 1" soll nur noch drei Monate in Betrieb bleiben. In rund zwei Jahren soll das größere Modul "Tiangong 2" folgen. Die Tests und Manöver sind Vorbereitungen für den Bau einer Raumstation, die um das Jahr 2020 fertig gestellt werden soll. Mit dem Auslaufen der internationalen Raumstation ISS wäre China dann die einzige Nation mit einem ständigen Außenposten im All.

Die eigene Raumstation ist Teil eines ambitionierten Raumfahrtprogramms der Volksrepublik. Noch 2013 will China ein unbemanntes Raumschiff zum Mond schicken und erstmals mit einem Mondfahrzeug auf dem Erdtrabanten landen. Zudem baut das Land ein Satellitennetz für ein weltumspannendes Navigationssystem auf.

hut/dpa



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Herr Hold 26.06.2013
1. Geht nicht
"Es war der bisher längste bemannte Raumflug Chinas - schon sehr bald ist eine unbemannte Mondmission geplant. " Gemeint ist wohl, dass kein Lebewesen an Bord sein wird. Weder Mensch noch Tier.
vrdeutschland 26.06.2013
2. Spannende Sache
"Noch 2013 will China ein unbemanntes Raumschiff zum Mond schicken " Ich freue mich schon auf die ersten Bilder der noch dort sich befindlichen Mondfahrzeuge und der amerikanischen Flagge, die wahrscheinlich dort immer noch weht... ;-)
rechtschreibreformreform 26.06.2013
3. Ja, sicher.
Zitat von Herr Hold"Es war der bisher längste bemannte Raumflug Chinas - schon sehr bald ist eine unbemannte Mondmission geplant. " Gemeint ist wohl, dass kein Lebewesen an Bord sein wird. Weder Mensch noch Tier.
Ergo eine unbemenschtierte? So besser?
mwinter 26.06.2013
4. China baut auf!
Tja, überall in der "zivilisierten" Welt wird abgebaut, gespart und not-gerettet. Nur noch China ist an einem Fortschritt interessiert, der die Menschheit als ganzes (nicht nur Banken und Finanzjongleure) weiterbringt: mit einer soliden industriellen Basis, Wissenschaft und Forschung, Bildung und Aufbau von Infrastruktur. Da ist er erste Platz in der Welt, den China in wenigen Jahren erreichen wird, wohl verdient!
mustermannfrau 26.06.2013
5. Ah, ja ...
Zitat von rechtschreibreformreformErgo eine unbemenschtierte? So besser?
Das muss wohl eines der Probleme sein, das unbedingt gelöst werden muss, bevor chinesische Menschen auf dem Mond landen: heisst es nun "bemannt", "befraut", "bemenscht", "Taikonaut", "Taikonautin" oder "TaikonautIn"? Probleme, von denen sich Europa und speziell Deutschland Dank anderer Probleme "auf der Erde" wohl so langsam verabschiedet ... Ich freue mich schon auf die Live-Bilder in den 2020er-Jahren vom ersten Menschen aus China auf dem (oder das oder die) Mond und in den 2030er-Jahren von denen auf dem (oder das oder die) Mars.
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