Shuttle "Endeavour" Geduldige Lehrerin unterwegs zur ISS

Aufatmen bei der Nasa - und bei einer geduldigen Astronautin: Der Shuttle "Endeavour" ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Über 20 Jahre musste die Lehrerin Barbara Morgan auf diesen Flug warten. Ihr Name ist untrennbar mit den Unglücken von "Challenger" und "Columbia" verbunden.


Cape Canaveral - Der Shuttle startete am Mittwochabend Ortszeit (Donnerstag, 0.36 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All. Die "Endeavour" bringt 2300 Kilogramm Fracht zur Internationalen Raumstation (ISS). Außerdem soll die Besatzung eines der Gyroskope reparieren, die die Raumstation in Position halten. An Bord ist auch die Lehrerin Barbara Morgan, die Unterricht aus dem All geben will.

Für die 55-jährige Morgan erfüllt sich mit der Weltraum-Mission ein Traum, den sie seit mehr als zwei Jahrzehnten hat. Mitte der achtziger Jahre hatte sie sich als eine von hunderten Pädagoginnen und Pädagogen für einen Flug an Bord der Raumfähre "Challenger" beworben. Ausgewählt wurde schließlich ihre Kollegin Christa McAuliffe - sie kam ebenso wie die anderen sechs Besatzungsmitglieder ums Leben, als die Raumfähre am 28. Januar 1986 kurz nach dem Start explodierte. Zwölf Jahre nach dem Unglück gab Morgan ihren Beruf auf und zog nach Houston, um sich zur Astronautin ausbilden zu lassen.

US-Bildungsministerin Margaret Spellings übermittelte nach dem Start der "Endeavour" ihre Glückwünsche. Morgan sei "ein inspirierendes Beispiel für die nächste Generation von Lehrern, Wissenschaftlern, Ingenieuren, Erfindern und Unternehmern", sagte Spellings.

Die "Endeavour" soll morgen an der ISS andocken. Der ursprünglich für Dienstag geplante Start war wegen eines Lecks in der Mannschaftskabine um einen Tag verschoben worden. Die Raumfähre bleibt mindestens elf Tage im All, geplant ist jedoch schon jetzt, die Mission um weitere drei Tage zu verlängern.

als/AP

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