Sicherheitsrisiko Shuttle Risse in Treibstoff-Leitungen

Houston - Alarmierende Zwischenfälle gab es in der Geschichte der Shuttle-Raumfahrt immer wieder. Zuletzt wurde im Juni die "Columbia" vorübergehend aus dem Verkehr gezogen, weil bei den Schwesterschiffen "Atlantis" und "Discovery" teilweise für das bloße Auge unsichtbare Risse an Leitungen im Treibstoffversorgungssystem entdeckt worden waren. Die betroffenen Leitungen dienten dem Transport von flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff in die Triebwerke der Space Shuttles.

Die "Columbia" war die erste Raumfähre, die ins All flog, der Prototyp für eine ganze Serie von Lastschiffen für die Weltraumfahrt. Der Deutsche Ulf Mehrbold flog im November 1983 mit der Columbia. Den gleichen Namen trug eines der ersten amerikanischen Schiffe, dem eine Weltumsegelung gelang, und die Kommandokapsel der Apollo 11, mit der Neil Armstrong und Edwin Aldrian im Juli 1969 als erste Menschen auf dem Mond landeten.

Am 12. April 1981 hob der Raumpendler von Cap Canaveral in Florida ab und eröffnete eine neue Stufe der weltweiten Raumfahrt. Erstmals flogen Menschen mit einer Technik ins All, die wiederverwendet werden konnte. Im Gegensatz zu Trägerraketen, deren Stufen im All verglühen und von denen nur eine kleine Landekapsel zur Erde zurückkehrt, landen die Space Shuttles wie Flugzeuge auf einer Piste.

Das gut 37 Meter lange Space Shuttle bildet mit den Raumfähren Atlantis, Discovery und Endeavour das Rückgrat der bemannten US-Raumfahrt. Der Orbiter mit der offiziellen Bezeichnung OV-102 trägt den Namen des amerikanischen Segelschiffs Columbia, das 1792 von Boston auslief, um die Mündung des Flusses Columbia zu erkunden.

Der Unglücks-Flug war die 28. Mission der "Columbia". Etliche der Flüge waren Pionier-Leistungen, etwa im Sommer diesen Jahres die Reparatur des Weltraumteleskops "Hubble". Hubble erhielt unter anderem effizientere Solarzellenflügel und die Advanced Camera for Surveys, mit der Astronomen noch tiefer in die Geschichte des Universums vordringen wollen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte die Wartung als eine der schwierigsten und wichtigsten Missionen in der Geschichte der Shuttle-Einsätze bezeichnet.

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