Erster Deutscher im All Sigmund Jähn ist tot

Im Osten war er ein Held, im Westen lange fast unbekannt: Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Nun ist der Kosmonaut im Alter von 82 Jahren gestorben.

DPA

Sigmund Jähn ist tot. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) starb der frühere Kosmonaut bereits am Samstag im Alter von 82 Jahren in seinem Haus im brandenburgischen Strausberg.

Jähn war am 26. August 1978 mit der sowjetischen Kapsel "Sojus 31" als erster Deutscher ins All geflogen. Ziel des Fluges war die Raumstation "Saljut 6", Kommandant der Mission war der Russe Waleri Bykowski.

Was ihn an einem Flug ins All gereizt habe, hat der SPIEGEL Jähn bei einem Treffen im vergangenen Jahr gefragt. Jähn sagte damals, er sei in der Nationalen Volksarmee der DDR Jagdflieger gewesen. "Da ist man durchaus geneigt, eine stärkere Maschine fliegen zu wollen. Wer die Chance hat, eine Rakete zu besteigen, der hat eben Glück gehabt."

Jähns Flug dauerte sieben Tage, 20 Stunden und 49 Minuten, er umkreiste in dieser Zeit 125 Mal die Erde. Das Wissenschaftsprogramm umfasste neben dem Einsatz der Multispektralkamera MKF 6 zur Erderkundung unter anderem Experimente zur Kristallzüchtung und medizinische Versuche.

Ein "netter, guter Freund"

Zurück auf der Erde wollte der Raumfahrer später gern noch einmal fliegen, allerdings kam es auch durch das Ende der DDR nicht mehr dazu. Erster Westdeutscher im All war Ulf Merbold, der Ende 1983 als erster Nicht-US-Bürger mit dem Spaceshuttle flog. Nach der Wende bekam Jähn Hilfe durch Merbold, um als Berater für DLR und die Europäische Weltraumorganisation (Esa) in Russland zu arbeiten.

Esa-Astronaut Alexander Gerst hatte Jähn bei seinen eigenen Flügen ins All in den Jahren 2014 und 2018 zum Start ins kasachische Baikonur eingeladen. Jähn sei ein "netter, guter Freund", so Gerst.

chs



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