Simulierter Flug "Mars500"-Crew hat den Roten Planeten erreicht

Das "Mars500"-Experiment ist in seine entscheidende Phase getreten: Das virtuelle Raumschiff ist in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten eingeschwenkt. Die sechs Freiwilligen an Bord müssen sich jetzt auf die simulierte Landung vorbereiten.

AFP

Moskau - Seit Juni 2010 stecken sie in der Röhre: Sechs Männer haben sich in eine hermetisch abgeschlossene Anlage einsperren lassen, um eine 520 Tage lange Mission zum Mars zu simulieren - mit allen dazugehörigen Strapazen. Wie das Moskauer Institut für Medizinisch-Biologische Probleme (IMBP) am Dienstag mitteilte, ist der erste Abschnitt der Reise - der 250 Tage lange Hinflug zum Mars - nun vorbei: Das Raumschiff sei in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten eingeschwenkt. Die "Landung" sei für den 12. Februar geplant. Am 14., 18. und 22. Februar komme es zu simulierten Ausstiegen auf den Planeten, so das IMBP. Schon heute können die Männer durch fiktive Bullaugen seine Oberfläche sehen.

Die Crew, die aus drei Russen, zwei Europäern und einem Chinesen besteht, ist in zwei Gruppen geteilt worden. Alexej Sitjow, der Kommandant des Experiments, und sein russischer Landsmann, der Arzt Suchrob Kamolow, bleiben gemeinsam mit dem französischen Bordingenieur Romain Charles im "Raumschiff". Der Russe Alexander Smolejewski, der Italiener Diego Urbina und der Chinese Wang steigen hingegen in das Landemodul um. Dazu muss es allerdings in den nächsten Tagen erst geräumt werden - es diente in den vergangenen acht Monaten als Lagerraum.

Bei den Ausstiegen in "Orlan-E"-Raumanzügen wird Smolejewski zweimal von dem Italiener und einmal von dem Chinesen begleitet. Ziel ist es, die nachgebildete Mars-Oberfläche mit speziellen Instrumenten, die für das bemannte russische Mondprogramm entwickelt worden waren, und einem Roboter zu untersuchen. Nach 30 Tagen am Mars beginnt dann der simulierte Rückflug, der noch einmal 240 Tage dauern soll.

mbe/dapd

insgesamt 18 Beiträge
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si_tacuisses 02.02.2011
1. Gibt es dann irgendwann dazu auch einen Film mit dem Titel
Zitat von sysopDas "Mars500"-Experiment ist in seine entscheidende Phase getreten: Das virtuelle Raumschiff ist in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten eingeschwenkt. Die sechs Freiwilligen an Bord müssen sich jetzt auf die simulierte Landung vorbereiten. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,743015,00.html
Man on Mars - a small step for a man but a huge step for mankind......
collapsar 02.02.2011
2. schlechte simulation
hallo, den empirischen ansatz desc experiments kann man nur begrüßen. trotzdem dürfte die ausssagekraft der ergebnisse äußerst begrenzt sein, da eine für die psychologische wirkung eines marsflugs plausiblerweise entscheidende einflußgröße außen vor bleibt: das bewußtsein, auf eine wenige kubikmeter große welt beschränkt zu sein, in einer weit jenseits erfahrbarer größen liegenden entfernung zur nächsten lebenserhaltenden umgebung. hermetisiche isolation der teilnehmer mag für das experiment durchaus gelten, aber das wissen auszublenden, sich trotz allem auf der sicheren erde zu befinden und etwa im schLimmsten fall technischer fehlfunktionen in lebenserhaltenden systemen durch einfaches öffnen von luken gerettet werden zu können, dürfte unmöglich sein. genauso wenig, wie wohl astronauten in einer realen mission die unmöglichkeit einer solchen rettung verdrängen können, durch die fehlende schwerkraft würden sie permanent an ihren situation erinnert. und sollte die verdrängung doch möglich sein, wird es sich unter den laborbedingungen auf der erde nicht belegen lassen. mfg, carsten
Koda 02.02.2011
3. "Langsam ernährt sich das Eichhörnchen"
Zitat von collapsarhallo, den empirischen ansatz desc experiments kann man nur begrüßen. trotzdem dürfte die ausssagekraft der ergebnisse äußerst begrenzt sein, da eine für die psychologische wirkung eines marsflugs plausiblerweise entscheidende einflußgröße außen vor bleibt: das bewußtsein, auf eine wenige kubikmeter große welt beschränkt zu sein, in einer weit jenseits erfahrbarer größen liegenden entfernung zur nächsten lebenserhaltenden umgebung. hermetisiche isolation der teilnehmer mag für das experiment durchaus gelten, aber das wissen auszublenden, sich trotz allem auf der sicheren erde zu befinden und etwa im schLimmsten fall technischer fehlfunktionen in lebenserhaltenden systemen durch einfaches öffnen von luken gerettet werden zu können, dürfte unmöglich sein. genauso wenig, wie wohl astronauten in einer realen mission die unmöglichkeit einer solchen rettung verdrängen können, durch die fehlende schwerkraft würden sie permanent an ihren situation erinnert. und sollte die verdrängung doch möglich sein, wird es sich unter den laborbedingungen auf der erde nicht belegen lassen. mfg, carsten
Der Einwand ist schon richtig. Es wäre etwas anderes, die Mannschaft auf einer der ISS nachempfundenen Station im Orbit treiben zu lassen. Aber ich denke mal, dass man erst mal im Kleinen und Ungefährlichen sehen möchte, was eine Mannschaft von sechs Leuten in einer Kapsel auf dem Weg zum Mars erwarten würde.
einbauküche 02.02.2011
4. .
Zitat von collapsarhallo, den empirischen ansatz desc experiments kann man nur begrüßen. trotzdem dürfte die ausssagekraft der ergebnisse äußerst begrenzt sein, da eine für die psychologische wirkung eines marsflugs plausiblerweise entscheidende einflußgröße außen vor bleibt: das bewußtsein, auf eine wenige kubikmeter große welt beschränkt zu sein, in einer weit jenseits erfahrbarer größen liegenden entfernung zur nächsten lebenserhaltenden umgebung. hermetisiche isolation der teilnehmer mag für das experiment durchaus gelten, aber das wissen auszublenden, sich trotz allem auf der sicheren erde zu befinden und etwa im schLimmsten fall technischer fehlfunktionen in lebenserhaltenden systemen durch einfaches öffnen von luken gerettet werden zu können, dürfte unmöglich sein. genauso wenig, wie wohl astronauten in einer realen mission die unmöglichkeit einer solchen rettung verdrängen können, durch die fehlende schwerkraft würden sie permanent an ihren situation erinnert. und sollte die verdrängung doch möglich sein, wird es sich unter den laborbedingungen auf der erde nicht belegen lassen. mfg, carsten
Auf einem realen Marsflug würde mit Sicherheit eine gewisse künstliche Schwerkraft herschen (durch Drehung des Raumschiffs z. B.). Anders wäre das kaum machbar.
Yasutani 02.02.2011
5. nö
Zitat von einbaukücheAuf einem realen Marsflug würde mit Sicherheit eine gewisse künstliche Schwerkraft herschen (durch Drehung des Raumschiffs z. B.). Anders wäre das kaum machbar.
Abgesehen davon, dass ein Marsflug wegen zu großem Aufwand und technischen Schwierigkeiten sowieso nie stattfinden wird, ist die Sache mit dem rotierenden Raumschiff nicht ganz so einfach, wie immer angenommen wird. Man braucht nämlich, um das vernünftig zu machen, ein SEHR großes und ringförmiges Raumschiff, und das will erst mal in die Atmosphäre gebracht werden. Ein "normales" zylinderförmiges Raumschiff von einigen Metern Durchmesser ist dafür gar nicht geeignet. Denn erstens müsste es sich sehr schnell um die eigene Achse drehen, und zweitens wäre an jeder Außenwand "unten", während "oben" nur bis zur Mitte, also der Rotationsachse ginge. Drittens wäre ein starker Gravitationsgradient vorhanden, der von Null-Gravitation auf der Rotationsachse, bis zum Maximalwert an der Aussenwand reicht. Man könnte also die Aussenwand nicht mehr zur Unterbringung von Regalen etc. nutzen, denn das ist dann ja der Boden, und wo sollen die ganzen Systeme und Geräte dann hin? Außerdem wäre der Kopf im Stehen immer einer anderen Schwerkrauft ausgesetzt als die Füße, da wird einem auch schlecht. Machbar ist eine künstliche Gravitation durch Rotation nur in einem Ringförmigen Raumschiff, das eher 100 als 10 m Durchmesser hat. Wer soll sowas bauen und ins Weltall schiessen?
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