Zur Ausgabe
Artikel 29 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Sehnsucht »Sind Sternschnuppen Dreck, Herr Freistetter?«

Ein Interview von Yannick Ramsel
aus DER SPIEGEL 31/2021

SPIEGEL: Es ist Sternschnuppen-Hochsaison: In der Nacht zum 13. August soll man pro Stunde bis zu 50 von ihnen am Himmel beobachten können. Wie kommt das?

Freistetter: Wir sehen Sternschnuppen, wenn Partikel aus dem Weltall mit einer enormen Geschwindigkeit von bis zu 60 Kilometer pro Sekunde auf die Erdatmosphäre treffen. Dabei reißen sie Elektronen aus den Atomhüllen der Umgebungsluft. Die Atomhüllen holen sich dann andere Elektronen, da schwirren viele frei rum, und bei diesem Einfangen wird Energie in Form von Strahlung freigesetzt. Wir sehen eine Strichspur, die wir Sternschnuppe nennen.

SPIEGEL: Und wieso gibt es derzeit so viele davon?

Freistetter: Weil unsere Erde gerade die Bahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt, wie immer zu dieser Jahreszeit. Ein Komet ist nichts anderes als eine große Eiskugel, durchsetzt mit Staub, Dreck und Geröll. Wenn der auf seiner Bahn in die Nähe der Sonne kommt, dann verdampft das Eis, reißt dabei Staub von der Oberfläche des Kometen mit sich. Es entsteht eine Dreckspur, die jeder Komet hinter sich herzieht. Wenn die Erde eine Kometenbahn kreuzt, dann kreuzt sie auch seine Dreckspur – und wir geraten in einen Sternschnuppenschauer.

Aus: DER SPIEGEL 31/2021

Die neue Volkskrankheit

Gedächtnisverlust, Herzleiden, chronische Erschöpfung: Zehntausende Deutsche kämpfen mit den Langzeitfolgen einer Coronainfektion – häufig sogar nach leichten Verläufen. Das Gesundheitssystem ist nur ungenügend auf Long Covid vorbereitet.

Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.

Zur Ausgabe

SPIEGEL: Sternschnuppen sind also nur Dreck?

Freistetter: Kometen wie Swift-Tuttle sind älter als die Erde, es handelt sich also um durchaus interessanten Dreck. Aber, ja, es ist im Grunde nur Dreck.

SPIEGEL: Wünschen Sie sich etwas, wenn Sie eine Sternschnuppe sehen?

Freistetter: Nein. Ich kann mich an der Ästhetik erfreuen, und schaue dieser Tage auch gern in den Nachthimmel. Aber dem Dreck sind unsere Wünsche egal.

Zur Ausgabe
Artikel 29 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.