Beim zweiten Versuch Kapsel mit humanoidem Roboter dockt an ISS an

Die Internationale Raumstation hat einen neuen Bewohner: Eine "Sojus"-Kapsel hat den menschenähnlichen Roboter "Fedor" zum Außenposten der Menschheit gebracht. Vorab gab es eine Panne.

Uncredited/Roscosmos Space Agency Press Service/AP/dpa

Beim zweiten Versuch hat das Andockmanöver einer Sojus-Kapsel an die Internationale Raumstation ISS geklappt. Das meldet die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Neben Nahrungsmitteln hat die russische Kapsel auch Medikamente für die Besatzung sowie einen menschenähnlichen Roboter namens "Fedor" alias "Skybot F850" dabei.

"Fedor" ist 1,80 Meter groß, wiegt etwa 160 Kilo und ist ähnlich wie ein menschlicher Körper aufgebaut. Er hat einen eigenen Twitter-Account, auf dem in russischer Sprache über die Arbeit mit dem Roboter berichtet wird. Nachdem "Fedor" die ISS erreicht hatte, entschuldigte er sich dort für die Verspätung. Es habe Stau gegeben. Er sei aber nun bereit, seine Arbeit fortzusetzen.

Zusammen mit "Fedor" leben drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener auf der ISS. Sie sollen zehn Tage lang die Fähigkeiten des Roboters testen und verbessern. Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos sollen die Astronauten der ISS beobachten, wie die Feinmotorik des Roboters in der Schwerelosigkeit funktioniert - etwa, wenn er nach Werkzeugen greift.

In Zukunft soll "Fedor" dann auch bei Außeneinsätzen an der ISS mitarbeiten, sagte Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin der Agentur Interfax zufolge.

Technisches Problem an der ISS

Zuvor war das Andockmanöver am Samstag wegen eines technischen Problems mit dem Funk abgebrochen worden. Die "Sojus"-Kapsel wurde daraufhin in einen Sicherheitsabstand gesteuert. Die Raumfahrer am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde sollen nicht in Gefahr gewesen sein. Die Trägerrakete mit der "Sojus"-Kapsel war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

Space Center Yuzhny/TsENKI HANDOUT/EPA-EFE/REX

Schon vor der aktuellen russischen Mission gab es Roboterprojekte im All: Im Jahr 2011 brachte die Nasa den "Robonaut 2" in den Weltraum, der 2018 wegen technischer Probleme ausgemustert wurde. 2013 transportierte Japan einen kleinen Roboter zur ISS, der sprechen konnte - allerdings nur Japanisch.

jme/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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alex300 27.08.2019
1. Fedor, nicht Data!
Ob er auch lachen kann?
newbie99 29.08.2019
2. Roboter mit Beinen?
Wofür hat ein für die Schwerelosigkeit gebauter Roboter eigentlich Beine? Gut, die Astronauten wurden mit ihnen geboren und werden sie nach ihrer Rückkehr wohl noch gebrauchen müssen - aber ein konstruierter Roboter? Die dürften ihm bei künftigen Außeneinsätzen doch kaum von Nutzen sein.
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