"Sojus"-Kapsel gelandet Raumfahrer nach 160 Tagen zurück auf der Erde

Nach fast einem halben Jahr im All sind drei Raumfahrer zur Erde zurückgekehrt. Sie landeten ihrer "Sojus"-Raumkapsel an einem Fallschirm sicher in Kasachstan. Eine neue Crew übernimmt nun die Arbeit in der Raumstation ISS.

Landung in der kasachischen Steppe:
AFP

Landung in der kasachischen Steppe:


Moskau - 160 Tagen waren sie im All - jetzt sind drei Raumfahrer wieder auf der Erde. Das russische Raumschiff "Sojus TMA-M" hat sie Mittwochmorgen von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgebracht. Die Russen Alexander Kaleri und Oleg Skripotschka sowie ihr US-Kollege Scott Kelly seien um 8.54 Uhr deutscher Zeit sicher in der Steppe 86 Kilometer nördlich der kasachischen Stadt Arkalyk gelandet, teilte die Raumfahrtagentur Roskosmos mit. Das Trio hatte als 26. ISS-Stammbesatzung mehr als 40 wissenschaftliche Experimente durchgeführt.

Die erste voll digitalisierte "Sojus"-Kapsel hatte um 5.27 Uhr von der Station abgekoppelt. Um die Handsteuerung des neuen Raumschiffes zu testen, führten Kommandant Kaleri und sein Bordingenieur Skripotschka in etwa 50 Metern Entfernung mehrere Manöver aus, die nach offiziellen Angaben erfolgreich verliefen. Danach begann der Abstieg. Um 8.03 Uhr wurden die Bremstriebwerke für knapp fünf Minuten gezündet. 50 Minuten später setzte die tonnenschwere Landekapsel an einem Fallschirm - mehr oder weniger - weich auf der Erde in Kasachstan auf.

Am Montagabend hatte Kelly als Chef der 26. Stammbesatzung den Staffelstab an seinen russischen Kollegen Dmitri Kondratjew übergeben. Mit der Abkopplung von "Sojus TMA-M" begann dann die Arbeit der 27. Stammbesatzung. Kondratjew, die US-Astronautin Catherine Coleman und der Italiener Paolo Nespoli setzen bis zum Eintreffen der Nachfolger den Flug allein fort.

Eigentlich sollten Alexander Samokutjajew, Andrej Borissenko (beide Russland) und Ronald Garan (USA) am 30. März mit "Sojus TMA-21" zur ISS aufsteigen und am 1. April an ihr ankoppeln. Wegen eines technischen Problems musste der Start des Raumschiffes, das zu Ehren des 50. Jahrestages des ersten bemannten Raumfluges vom 12. April 1961 auf den Namen "Juri Gagarin" getauft wurde, jedoch verschoben werden. Er kann jetzt frühestens um den 6. April stattfinden, berichten russische Medien unter Berufung auf einen Roskosmos-Sprecher.

Die russischen "Sojus"-Kapseln werden nach dem bevorstehenden Ende der Space-Shuttle-Ära vorerst die einzigen Astronautentransporter zur ISS sein. Die US-Weltraumbehörde Nasa hat sich in dieser Woche bis zum Jahr 2016 Mitflugmöglichkeiten gesichert. Die amerikaner zahlen dafür 753 Millionen Dollar. Für Russland lohnt sich das Geschäft mit ausländischen Raumfahrern. So zahlt die Nasa für Sojus-Plätze in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 355 Millionen Dollar. Roskosmos hatte mit Blick auf das Ende der Space Shuttles bereits angekündigt, die Preise zu erhöhen. Das Geld soll unter anderem in den Bau eines neuen Weltraumbahnhofs im russischen Fernen Osten fließen.

boj/chs/dapd/dpa

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