"Sojus"-Rakete gestartet Mit Plüschbär zur Raumstation

Der russische Raumtransporter "Sojus TMA-04M" ist erfolgreich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Dort ist ein ökologisches Forschungsprogramm geplant, auch Schulunterricht aus dem All soll es geben - und ein Plüschtier ist mit an Bord.

DPA

Hamburg - Drei Astronauten sind seit Dienstagmorgen auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Das Raumschiff "Sojus TMA-04M" mit den Russen Gennadi Padalka und Sergej Rewin sowie dem Amerikaner Joseph Acaba an Bord habe an der Spitze einer Trägerrakete um 5.01 Uhr deutscher Zeit vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abgehoben, teilte die russische Raumfahrtagentur Roskosmos mit.

Die Kopplung an die Station ist für Donnerstagmorgen vorgesehen. Der Start hatte sich wegen eines technischen Problems mit dem Landeapparat um sechs Wochen verzögert.

Das vierte Mitglied der "Sojus"-Besatzung ist ein kleiner Plüschbär, den US-Astronaut Acaba als Talisman ausgewählt hat. "Bei uns in den USA gilt der Bär als Symbol für den Umweltschutz", erklärte der Lehrer und Hydrogeologe. "Und unsere Expedition steht ganz in diesem Zeichen." Acaba will bei seinem 126-Tage-Flug ein umfangreiches ökologisches Forschungsprogramm abarbeiten. Er erfüllt sich damit einen Traum, für den seine erste, nur zweiwöchige Weltraummission 2009 im Space Shuttle "Discovery" zu kurz war.

Unterstützt wird der Amerikaner von seinem russischen Kollegen Rewin. Der soll von der Umlaufbahn aus speziell den Baikal- und den Aralseee ins Visier nehmen. Daneben erteilt der Kosmos-Neuling Schulunterricht aus dem All. Dabei werde er versuchen, den Stoff der Lehrbücher um das Thema Raumfahrt zu erweitern.

Die "Sojus TMA-04M"-Crew hat mit Padalka einen der erfahrensten russischen Kommandanten. Der Ex-Luftwaffenoberst hat bereits drei Flüge auf seinem Konto, einen zur Raumstation "Mir" (1998/99) und zwei zur ISS (2004 und 2009). Mit einer Gesamtdauer von 586 Tagen liegt er auf Platz sechs der Weltrangliste der Langzeit-Raumfahrer.

ISS-Stammbesatzung wieder komplett

Mit Padalka, Rewin und Acaba erreicht die nunmehr 31. ISS-Stammbesatzung wieder ihre Sollstärke von sechs Mitgliedern. An der ISS sind 14 Staaten beteiligt, darunter neben den USA, Russland, Kanada und Japan auch Deutschland im Rahmen der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Seit dem 2. November 2000 ist die ISS ständig bemannt. In dieser Zeit haben dort dem russischen Kontrollzentrum zufolge 204 Raumfahrer aus 15 Ländern gearbeitet und geforscht. Aus Deutschland waren Thomas Reiter und Hans Schlegel dabei.

Die Gesamtmasse der ISS, die sich mit ihrem guten Dutzend Modulen über eine Fläche von 110 mal 100 mal 30 Meter erstreckt, beträgt derzeit knapp 400 Tonnen. Nach der Einstellung des US-Shuttle-Programms im Sommer kommen Raumfahrer ausschließlich mit russischen "Sojus"-Raumschiffen zur Station, die noch mindestens bis zum Jahr 2020 betrieben werden soll.

nik/dpa/dapd/reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rodelaax 15.05.2012
1. Plüschtier
Die Sojuztransporter haben ständig irgendwelche Plüschtiere als Talismäner an Bord. Das ist doch nichts berichtenswertes.
Markus Landgraf 15.05.2012
2. Beschleunigungsmesser
Zitat von rodelaaxDie Sojuztransporter haben ständig irgendwelche Plüschtiere als Talismäner an Bord. Das ist doch nichts berichtenswertes.
Stimmt. Die werden nämlich in der Kapsel an Seilen aufgehängt, so dass sie frei pendeln können. Die Pendelfrequenz ist für die Besatzung ein Mass für die gerade anliegende Beschleunigung und damit ein genial eifaches Werkzeug, um den Verlauf der Mission zu verfolgen. Ad Astra!
c182q 15.05.2012
3.
Zitat von Markus LandgrafStimmt. Die werden nämlich in der Kapsel an Seilen aufgehängt, so dass sie frei pendeln können. Die Pendelfrequenz ist für die Besatzung ein Mass für die gerade anliegende Beschleunigung und damit ein genial eifaches Werkzeug, um den Verlauf der Mission zu verfolgen. Ad Astra!
jetzt weiss ich auch, warum der alte getunte, tiefergelegte 3er BMW vor mir an der Ampel einen solchen Pendelbären am Spiegel hatte. Die normalen Bordinstrumente können die Beschleunigung nicht mehr darstellen. Man lernt eben nie aus...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.