Sojus-Rekordflug Raumfahrer erreichen ISS in nur sechs Stunden

Erfolg für Russlands Raumfahrt: In nur sechs Stunden hat eine Sojus-Kapsel drei neue Besatzungsmitglieder zur Internationalen Raumstation gebracht. Bisher dauerte die Reise zwei Tage. Die Forscher können sich dank der Abkürzung ins All besondere Wünsche erfüllen.
Sojus-Rekordflug: Raumfahrer erreichen ISS in nur sechs Stunden

Sojus-Rekordflug: Raumfahrer erreichen ISS in nur sechs Stunden

Foto: AP/dpa

Weniger als sechs Stunden Flug - in Rekordzeit hat eine neue Besatzung die Internationale Raumstation (ISS) erreicht. Die Sojus-Kapsel mit zwei russischen Kosmonauten und einem US-Astronauten startete planmäßig um 21.43 Uhr (MEZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe - und dockte bereits um 3.28 Uhr an der ISS an, wie Live-Bilder im russischen Fernsehen zeigten.

Bislang kreisten Sojus-Kapseln gut zwei Tage lang 30-mal um die Erde, bevor sie die ISS erreichten - diesmal reichten vier Umkreisungen. Ermöglicht wurde die enorme Verkürzung durch Verbesserungen bei Antrieb und Steuerung. Zudem startete die Sojus genau zu dem Zeitpunkt, als die ISS über Baikonur hinwegzog. Das neue Manöver war zuvor bereits bei drei unbemannten Raumflügen getestet worden.

Russland möchte das neue Flugschema nun für alle Flüge zur ISS übernehmen. Die US-Weltraumbehörde Nasa zögert aber noch: Sie bemängelt unter anderem, dass die Sojus-Besatzung während des gesamten Flugs angeschnallt bleiben muss und sich nicht, wie sonst üblich, die Beine vertreten kann.

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Erfolg für die russische Raumfahrt

Die geglückte Reise in Rekordzeit ist ein Erfolg für die russische Raumfahrt, die zuletzt mit mehreren gescheiterten Starts von Satelliten zu kämpfen hatte. Bei der bemannten Raumfahrt hatte es allerdings keine Probleme gegeben. Die russischen Sojus-Kapseln sind seit der Einstellung des US-Shuttle-Programms 2011 die einzige Möglichkeit, Menschen zur ISS zu befördern.

An Bord der Sojus-Kapsel befanden sich die beiden Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Astronaut Christopher Cassidy. Sie sollen nun fünf Monate im All bleiben. Dort ergänzen sie die drei ISS-Besatzungsmitglieder - den Russen Roman Romanenko, den US-Bürger Thomas Marshburn und den Kanadier Chris Hadfield, die seit Dezember für knapp sechs Monate im All sind.

Vor dem Start hatte sich Raumfahrtveteran Winogradow begeistert von der verkürzten Reise zur ISS geäußert. Die Sojus könne nun auch biologisches Material zur ISS mitnehmen, das bei einer längeren Flugdauer verderben würde, sagte der 59-Jährige, der schon 1997 und 1998 genau 197 Tage an Bord der damaligen russischen Raumstation Mir verbracht hatte. "Die Crew könnte sogar Eiscreme mitbringen - sie hätte nicht einmal Zeit zu schmelzen", sagte er.

wbr/AFP
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