Kasachstan Drei Raumfahrer auf die Erde zurückgekehrt

Nach 166 Tagen im All sind drei Raumfahrer wieder in Kasachstan gelandet. Die Reise zurück zur Erde dauerte vier Stunden - und endete in einem Klappstuhl.

"Sojus TMA-08M" kurz vor dem Aufsetzen: "Die Männer fühlen sich gut"
Getty Images / Bill Ingalls / NASA

"Sojus TMA-08M" kurz vor dem Aufsetzen: "Die Männer fühlen sich gut"


Die knapp drei Tonnen schwere "Sojus"-Kapsel mit den Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie dem US-Amerikaner Chris Cassidy schlug an einem Fallschirm gebremst in der Steppe der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan auf. "Die Männer fühlen sich gut", sagte ein Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos. Winogradow ist mit 60 Jahren nun der älteste aktive russische Kosmonaut.

Um 4.58 Uhr deutscher Zeit landete die Kapsel "Sojus TMA-08M" in der zentralasiatischen Graslandschaft. Hubschrauber mit Rettungskräften flogen zum Landeort etwa 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan. Das russische Fernsehen übertrug die Landung.

Bei 13 Grad Celsius und wolkenlosem Himmel mussten die Heimkehrer die erste Zeit auf Klappsesseln verbringen. Ihre Muskeln sind nach fast fünfeinhalb Monaten in der Schwerelosigkeit geschwächt. In Decken gehüllt und mit Tee versorgt winkte das Trio in die Kameras.

Knapp vier Stunden vor der Landung hatte die "Sojus" von der ISS abgedockt. Auf dem Außenposten der Menschheit in 410 Kilometer Höhe arbeiten nun noch die US-amerikanische Astronautin Karen Nyberg, der Esa-Astronaut Luca Parmitano und der russische Kosmonaut Fjodor Jurtschichin. Für Ende September ist der nächste Start einer "Sojus" mit drei Mann Besatzung vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan geplant.

Russland ist nach dem Aus für die US-amerikanischen Space Shuttles das einzige Land, das bemannte Flüge zur Raumstation organisiert. Doch der Beruf des Kosmonauten ist im Land offenbar nicht mehr so attraktiv wie zu früheren Zeiten. Die Nachrichtenagentur Ria Novosti hatte berichtet, dass sich vergangenes Jahr nur 300 Interessenten auf eine Ausschreibung gemeldet haben, mit der neue Raumfahrer gesucht wurden.

Außerdem hatte der dreimalige Raumfahrer Jurij Lontschakow kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er seinen Vertrag als Kosmonaut kündigte - angeblich weil er "einen interessanteren Job" gefunden habe.

chs/dpa



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