Eruption Sonne schleudert Sturm ins All

Nach einer Eruption auf der Sonne rasten Unmengen geladener Teilchen durchs All. Anders als zunächst befürchtet, werden die Auswirkungen auf der Erde wohl nicht zu spüren sein.
Heftige Explosion am 10. September: Welche Auswirkungen das hat, ist noch unklar

Heftige Explosion am 10. September: Welche Auswirkungen das hat, ist noch unklar

Foto: NOAA/ SWPC

Washington - Nach einer heftigen Sonneneruption könnte ein gewaltiger Magnetsturm in der Nähe der Erde entstehen. Es könnte zu Stromausfällen führen, warnten Weltraumwetterexperten des Space Weather Prediction Centers der amerikanischen Wetterbehörde  (NOAA) in Boulder (Colorado).

Es sei schon einige Jahre her, dass die Erde einer Begegnung dieser Größenordnung ausgesetzt war, sagt Tom Berger, Direktor des Weltraumwetterinstituts. Generell seien Sonneneruptionen nicht außergewöhnlich, meist ereigneten sie sich, ohne direkte Folgen für die Menschen zu haben. Dieses Mal sei es anders, sagt Berger.

Eruption der stärksten Kategorie

"Es gab am Mittwoch eine gewaltige Explosion auf der Sonne", berichtet Berger, eine sogenannte X-Class-Flare, die stärkste Kategorie von Sonneneruptionen. "Elektrisch aufgeladene Teilchen steuern direkt auf uns zu und kommen dem Magnetfeld der Erde sehr nah. Es könnte vorrübergehend zu Problemen mit den Stromnetzen kommen."

Zunächst wussten die Meteorologen der NOAA noch nicht genau, wann und ob die Partikel des Sonnensturms uns erreichen werden, und auch nicht, welche Region der Erde betroffen sein wird. Der Sturm könnte aber noch ein paar Tage dauern. Am Donnerstagnachmittag gaben sie dann Entwarnung: Die Auswirkungen würden auf der Erde nicht zu spüren sein.

Fotostrecke

Rätselhaftes Zentralgestirn: Sonnenfackeln und Polarlicht

Foto: NASA

Das Ganze habe auch eine positive Seite, sagt Berger: Sonnenstürme zeigten sich als bunte Polarlichter auf der Erde - dieses Mal werden sie wohl besonders prächtig ausfallen. Im Juni 2014 war es zuletzt zu einer Häufung von starken Sonneneruptionen gekommen, jedoch auf der erdabgewandten Seite. Auswirkungen auf die Technik waren damals deshalb nicht zu spüren, dennoch empfehlen Forscher, ein Satellitensystem aufzubauen, mit dem sich das Weltraumwetter besser beobachten lässt.

Die Forscher berichteten, dass Satellitenmessungen von zahlreichen Sternen der Milchstraße ergeben hätten, dass solare Superstürme viel häufiger vorkämen als lange Zeit gedacht. Erst kürzlich hatten Astronomen gemeldet, dass mehrere Sonnenstürme in der Stärke des Carrington-Ereignisses am 23. Juli 2012 die Erde nur knapp verfehlt hatten.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach den neueren Informationen des Space Weather Prediction Centers aktualisiert.

nik/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.