Space Shuttle Abschiedsbesuch der "Atlantis" bei Internationaler Raumstation

Es ist ihr letzter Flug: Die Raumfähre "Atlantis" hat an der Internationalen Raumstation ISS festgemacht. Die Astronauten bringen Vorräte mit, sie müssen sich dreimal ins All abseilen - und ein Kabel entwirren.

AFP

Zwei Tage nach dem problemlosen Start hat die US-Raumfähre "Atlantis" am Sonntag zum letzten Mal an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Die sechs Astronauten - fünf Amerikaner und ein Brite - bringen unter anderem Ersatzteile und Vorräte mit. Im Laderaum haben sie zwölf Tonnen Ausrüstungsmaterial für die ISS. Zudem hat der Shuttle das russische Forschungsmodul "Rasswet" im Gepäck, das die ISS vergrößern soll. Es ermöglicht die Ankopplung von russischen "Sojus"-Raumschiffen und unbemannten "Progress"-Transportern.

Nach dem Ende des Shuttle-Programms wird die ISS nur noch mit russischen "Sojus"-Kapseln zu erreichen sein, die kaum große Lasten transportieren können. Hauptaufgabe der 132. Shuttle-Mission der Nasa ist entsprechend, die Raumstation für die Zeit danach vorzubereiten. Bis zur geplanten Abkopplung am kommenden Sonntag will die Crew des Kommandanten Ken Hamdrei drei Außeneinsätze unternehmen. Dabei wollen die Astronauten unter anderem sechs Batterien an der Solaranlage wechseln.

Bereits am Montag wollen sich Garrett Reisman und Stephen Bowen ins All abseilen, um eine Antenne und eine Lagerplattform an der ISS zu montieren. Zudem planen sie, ein Kabel zu entwirren, das sich an einem Ausleger der "Atlantis" verfangen hatte. Wegen des Wirrwarrs musste eine Inspektion des Raumschiffes am Wochenende abgebrochen werden.

Mögliche Rettungseinsätze

Die "Atlantis" ist auf ihrem Abschiedsflug nach 25 Dienstjahren. Die Nasa beendet voraussichtlich im November ihr Shuttle-Programm, weil die Raumfähren ihr technisches Lebensende erreicht haben. Aktuell sind nur noch zwei Shuttle-Missionen geplant, je eine mit der "Endeavour" und der "Discovery". "Im Namen aller Entwicklungs-, Fertigungs- und Startteams, die seit März 1980 für 'Atlantis' gearbeitet haben, wünschen wir viel Glück und ein bisschen Spaß dort oben", sagte Nasa-Flugdirektor Mike Leinbach.

Bis zum Ende des Programms soll die "Atlantis" als Ersatzflieger für mögliche Rettungseinsätze bereitstehen; danach kommt sie ins Museum. Es sei denn, US-Präsident Barack Obama überlegt es sich noch anders: Falls doch mal auf der ISS die Vorräte ausgehen sollten, dann könne das Shuttle auch noch eine weitere Mission fliegen, sagte der Nasa-Direktor für die bemannte Raumfahrt, William Gerstenmaier, nach dem Start. "Das Vehikel sieht aus, als sei es in wirklich guter Verfassung."

Gerstenmaier hofft für Juni auf eine Entscheidung zu einer möglichen weiteren Mission. Angesichts der zusätzlichen Kosten von bis zu einer Milliarde Dollar müsse das grüne Licht dazu voraussichtlich von US-Präsident Barack Obama selbst kommen, sagte Gerstenmaier. Doch auch dann sei ein neuerlicher Einsatz nicht vor Juni 2011 möglich.

boj/dpa/AFP/AP

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