Space Shuttle "Discovery" Nasa räumt Unfallrisiko ein

Die Nasa steht kurz vor dem Neustart des bemannten Raumflugs. Das Shuttle "Discovery" wurde jetzt aus dem Hangar zur Startrampe transportiert. Zugleich aber räumte die Nasa ein, dass die Gefahr eines erneuten Unglücks noch immer nicht gebannt ist.

Cape Canaveral - Mehrere Stunden brauchte der 2500 Tonnen schwere Transporter, um die "Discovery" über die knapp sieben Kilometer lange Strecke vom Hangar bis zur Startrampe zu bugsieren. In einigen Wochen soll der Start der US-Raumfähre die mehr als zweijährige Zwangspause nach dem Absturz des Shuttles "Columbia" beenden, bei dem sieben Astronauten ums Leben gekommen waren. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juni soll die "Discovery" zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen.

Allerdings stand der Neubeginn für die US-Raumfahrtbehörde unter keinem guten Stern. Ein feiner Riss in der Isolierung des Treibstofftanks verzögerte den Beginn des "Discovery"-Transports um mehrere Stunden. Der vier Zentimeter lange Haarriss sei kein Anlass zur Besorgnis, beteuerte die Nasa. Fotos davon seien dem Hersteller des Tanks in Louisiana zugesandt worden, sagte eine Sprecherin. Reparaturen seien nicht nötig.

Besorgnis erregender klingt dagegen das Eingeständnis der Nasa, dass trotz zahlreicher neuer Sicherheitsmaßnahmen weiterhin das Risiko eines Unglücks durch abgesprengte Teile von Isolierschaum besteht. Schon Stücke von der Größe eines Tennisballs könnten sich "unter den schlimmsten Umständen" katastrophal auswirken, sagte der für die Shuttle-Systeme zuständige Ingenieur John Muratore laut US-Medien.

Dies seien aber Risiken, die akzeptiert werden müssten, wenn man eine Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge in absehbarer Zeit wolle. Es würde Jahre und ein völlig neues Design der Raumfähren-Tanks erfordern, um eine Wiederholung der Katastrophe vom 1. Februar 2003 gänzlich auszuschließen. Ein Stück Isolierschaum hatte damals den Hitzeschild am Tank der "Columbia" so schwer beschädigt, dass die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerbrach.

Schon jetzt zeichnet sich zunehmend ab, dass die "Discovery" nicht wie geplant am 15. Mai zur Weltraumstation ISS aufbrechen wird. Es bestehe eine 50-prozentige Chance, dass Verzögerungen bei der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen und Routinevorbereitungen eine Verschiebung um vielleicht eine Woche nötig machten, sagte Shuttle-Programm-Manager William Parsons. Es gibt ein 20-tägiges Startfenster, in dem die Raumfähre abheben kann. Danach - nach dem 3. Juni - müsste bis Mitte Juli gewartet werden.

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