Space-Shuttle-Flug Raumfähre "Discovery" zur ISS gestartet

Bilderbuchstart in den wolkenlosen Nachthimmel: Die Raumfähre "Discovery" ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Sie bringt den vierten und letzten Solarflügel zur Station sowie Ersatzteile für die Wasser-Recycling-Anlage.


Cape Canaveral - Nasa-Sprecher Mike Leinbach nahm die einmonatige Verspätung des "Discovery"-Starts gelassen. Den sieben Astronauten an Bord der Raumfähre sagte er: "Ihr habt ein bisschen warten müssen, aber das wird euren Erfolg nur umso schöner machen." Ein Wasserstoffleck hatte den letzten Startversuch am Mittwoch vereitelt. Zuvor hatten technische Probleme mit Ventilen für die Wasserstoffversorgung den Start wochenlang verzögert. Der erste Starttermin für die Raumfähre war der 12. Februar. Die "Discovery" hob am Montagmorgen um 0.43 Uhr MEZ vom Kennedy Space Center in Florida ab und trat rund achteinhalb Minuten später in die Erdumlaufbahn ein.

Auf ins All: "Discovery"-Start in der Nacht zum Montag
REUTERS

Auf ins All: "Discovery"-Start in der Nacht zum Montag

Shuttle-Kommandant Lee Archambault und seine Besatzung wollen die Raumstation am morgigen Dienstag erreichen. Ihre Aufgabe wird es dort sein, den vierten und damit letzten Satz von Sonnenflügeln für die Energieversorgung der Station anzubringen. Im Gepäck der "Discovery" sind zudem Ersatzteile für eine Wasser-Recycling-Anlage. Die Vorrichtung war bereits während der vorangegangenen Shuttle-Mission installiert worden, sie hatte sich jedoch als nicht voll funktionstüchtig erwiesen.

Vor allem die drei Astronauten der ISS verfolgten den Shuttle-Start besonders erwartungsvoll. Kommandant Mike Fincke reagierte erleichtert, als er die Nachricht erhielt, dass kein weiteres Leck festgestellt wurde.

Reise um einen Tag verkürzt

Die jüngste Verzögerung hatte zur Folge, dass die Reise der "Discovery" um einen Tag verkürzt werden muss und nun 13 Tage dauern soll. Grund ist der für den 26. März geplante Start einer russischen Sojus-Rakete, die eine neue Besatzung zur Station bringt - bis zu ihrer Ankunft muss die "Discovery" die Andockstelle der ISS wieder verlassen haben.

Wegen der kürzeren Dauer wurde auch die Zahl der Einsätze im freien All von vier auf drei verringert. Der erste soll am Donnerstag stattfinden. Dabei sollen zwei weitere Sonnensegel die bereits sechs installierten Solaranlagen ergänzen und der ISS damit die volle Stromversorgung ermöglichen.

An Bord der "Discovery" sind auch zwei ehemalige Lehrer, Joseph Acaba und Richard Arnold. Ein weiterer Astronaut ist der Japaner Koichi Wakata, der mindestens drei Monate an Bord der Raumstation bleiben wird.

hda/AP/dpa



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