Space Shuttle Risse am Tank der "Discovery" entdeckt

Die Pannenserie bei der US-Raumfähre "Discovery" reißt nicht ab: Jetzt wurden Risse am Tank gefunden. Die Nasa will zum ersten Mal überhaupt versuchen, ein Problem dieser Art direkt auf der Startrampe zu lösen - doch den letzten Flug der "Discovery" könnte das weiter verzögern.
"Discovery" weiter am Boden: Risse im Tank sollen auf der Startrampe repariert werden

"Discovery" weiter am Boden: Risse im Tank sollen auf der Startrampe repariert werden

Foto: SCOTT AUDETTE/ REUTERS

Cape Canaveral - Dass sich der letzte Dienstflug des Space Shuttles "Discovery" um Wochen verschiebt, ist seit ein paar Tagen klar - doch erst jetzt zeigt sich, wie groß die Schäden an der altersschwachen Raumfähre wirklich sind: Nasa-Mitarbeiter haben zwei jeweils 23 Zentimeter lange Risse an den Tanks des Shuttles entdeckt.

Schäden dieser Art seien auch schon früher repariert worden, erklärte die Nasa. Bisher sei das aber immer in einer Fabrik in New Orleans passiert. Dazu werde das gerissene Aluminium entfernt und durch eine Art Flicken mit doppelter Wandstärke ersetzt. Nun wolle man eine solche Reparatur erstmals auf der Startrampe versuchen, erklärte Nasa-Sprecher Allard Beutel. Ingenieure suchten gerade nach Wegen, wie das bewerkstelligt werden könne. Ob der geplante Starttermin am 30. November eingehalten werden könne, wisse man noch nicht.

Zuvor hatten die Ingenieure bereits eine 50 Zentimeter große Beschädigung des Isolierschaums entdeckt. Seit der Zerstörung der "Columbia" beim Wiedereintritt in die Atmosphäre im Februar 2003 ist die Nasa auch bei kleinen Schäden an den Shuttles besonders vorsichtig. Damals war ein Teil der Isolierung abgerissen und hatte den Hitzeschild beschädigt, was zum Absturz der "Columbia" und zum Tod aller sieben Besatzungsmitglieder führte.

Falls die "Discovery" nicht bis zum 6. Dezember starten kann, müsste der Flug bis zum Februar verschoben werden. Der Grund ist der Start einer russischen "Sojus"-Kapsel zur Internationalen Raumstation (ISS), um die Crew auszuwechseln. Anfang des Jahres stehen dann mehrere unbemannte Versorgungsflüge auf dem Programm, und danach verhindern ungünstige astronomische Bedingungen den Flug.

Die "Discovery" hätte eigentlich schon am Montag vor einer Woche zur ISS fliegen sollen, doch technische Probleme und ungünstige Wetterbedingungen hatten immer wieder zu Verschiebungen geführt. Zuletzt hatte war beim Betanken ein Leck in einer Wasserstoff-Leitung aufgetreten.

chs/dapd