Einschlag wohl im März Raketenstufe von Space X auf Kollisionskurs mit dem Mond

Sieben Jahre lang flog ein verirrtes Raketenteil durch den Weltraum, nun wird der Vier-Tonnen-Koloss wohl auf dem Mond einschlagen. Experten sprechen vom ersten Fall dieser Art.
»Falcon 9«-Rakete am Himmel nach einem Start im Jahr 2017

»Falcon 9«-Rakete am Himmel nach einem Start im Jahr 2017

Foto: George Rose / Getty Images

Eigentlich lief alles glatt bei der Mission im Jahre 2015: Der Start der »Falcon 9«-Rakete von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida war reibungslos. An Bord der mächtigen, zweistufigen Rakete befand sich das Deep Space Climate Observatory, ein Erdbeobachtungssatellit der US-Wetterbehörde NOAA, der neben der beleuchteten Erdhemisphäre auch Stärke und Richtung des Sonnenwinds im Blick behalten soll, um so vor heftigen Sonnenstürmen zu warnen.

Wie geplant setzte die Rakete den Satelliten im Weltraum ab, und er machte sich auf seine 1,5 Millionen Kilometer lange Reise zu seinem Ziel, dem Lagrange-Punkt L1, wo sich die Anziehung von Erde und Sonne fast aufheben. Nach kosmischen Dimensionen ganz in der Nähe, am Lagrange-Punkt L2, ist gerade das James-Webb-Weltraumteleskop angekommen.

Doch irgendwann, nachdem der Satellit schon von Bord war, gab es ein Problem mit der zweiten Stufe der »Falcon 9«. Zu diesem Zeitpunkt war die Rakete so hoch, dass sie nicht mehr in die Erdatmosphäre zurückkehren konnte, wo sie verglüht. Dafür reichte der Treibstoff nicht mehr. Normalerweise soll aber genau das bei der »Falcon 9« passieren, während die erste Stufe zur Erde zurückkehrt, um wieder verwendet zu werden.

Doch diesmal blieb die zweite Raketenstufe im All und schlug eine merkwürdige Umlaufbahn ein – auf Kollisionskurs mit dem Mond.

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Experten gehen davon aus, dass die etwa vier Tonnen schwere Raketenstufe in wenigen Wochen mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,5 Kilometern pro Sekunde auf dem Mond einschlägt. Schon am 5. Januar ist sie dem Erdtrabanten sehr nahe gekommen. Jonathan McDowell, ein Astronom am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, hat auf Twitter bestätigt, dass der Weltraumschrott höchstwahrscheinlich am 4. März dort einschlagen wird.

Auch der Astronom Bill Gray, der in einem Blogeintrag  über das Ereignis berichtet, geht aufgrund seiner Berechnungen von diesem Datum aus. Voraussichtlich wird die Raketenstufe an dem Tag auf der Rückseite des Mondes einschlagen, aber es gebe noch einige Unsicherheiten. »Weltraumschrott kann ein bisschen knifflig sein«, schreibt der Softwareexperte für die Verfolgung erdnaher Objekte über die Berechnungen des genauen Kurses. Weitere Beobachtungen des Objekts seien nötig, um Zeitpunkt und Ort des Einschlags zu präzisieren. Er hat bereits andere Astronomen aufgefordert, Daten zur Bahn der »Falcon 9«-Stufe zu liefern.

Laut Gray sei es der erste Fall, bei dem Weltraumschrott versehentlich den Mond trifft. Allerdings kann niemand von unserem Planeten aus den Einschlag auf der erdabgewandten Mondseite beobachten.

joe
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