Private Raumfahrt SpaceX bringt zweiten Satelliten ins All

Die "Falcon 9"-Rakete gilt als extrem günstig - nun hat sie bereits zum zweiten Mal einen kommerziellen Satelliten ins All gebracht. Die Konstruktion des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX startete in der Nacht von Cape Canaveral.

Start in Cape Canaveral: Satellit auf dem Weg ins All
AP/DPA

Start in Cape Canaveral: Satellit auf dem Weg ins All


Cape Canaveral - Sie sieht anders aus als die gängigen Raketen von Nasa und Esa, aber den Weg ins All schafft sie ebenso gut: Schon zum zweiten Mal hat das private Raumfahrtunternehmen SpaceX einen kommerziellen Satelliten ins All geschossen. Eine "Falcon 9"-Rakete habe nach ihrem Start in Cape Canaveral in Florida am Montag den thailändischen Telekommunikationssatelliten "Thaicom 6" in den Orbit gebracht, teilte SpaceX mit.

Das Unternehmen hatte Anfang Dezember erstmals einen kommerziellen Satelliten für eine Firma aus Luxemburg ins All befördert. Mit dem zweiten erfolgreichen Start dürfte die Firma zur festen Größe im rund 190 Milliarden Dollar (140 Milliarden Euro) schweren Geschäft mit kommerziellen Satelliten werden. Schon jetzt stehen 50 Starts im Wert von vier Milliarden Dollar in den Auftragsbüchern des Unternehmens - drei Viertel sind dabei kommerzielle Satelliten.

Das Unternehmen lockt Auftraggeber mit attraktiven Konditionen. "Unsere Preise sind die günstigsten auf der ganzen Welt", sagte SpaceX-Gründer Elon Musk im Dezember. "Wir werden andere Raketenhersteller zwingen, entweder neue und bessere Technologien zu entwickeln, oder sie müssen aus dem Raketen-Markt aussteigen." Der zweite erfolgreiche Start in Folge war für SpaceX auch wichtig, weil das Unternehmen auf das Geschäft mit großen Militärsatelliten der US-Regierung hofft.

Inzwischen sind SpaceX bereits acht Starts mit "Falcon 9"-Raketen geglückt. Zwei der Flüge waren Tests und drei Frachtaufträge für die Internationale Raumstation ISS, die in einer Höhe von 400 Kilometern kreist. Im September beförderte SpaceX den nur einige hundert Kilogramm schweren kanadischen Wetter- und Kommunikationssatelliten "Cassiope" als Fracht in einen sehr niedrigen Orbit. Im Dezember und Januar folgten dann zwei kommerzielle Satelliten.

SpaceX hatte vergangenen Mai Geschichte geschrieben, als seine unbemannte Raumkapsel "Dragon" als erstes privates Raumschiff an die Internationale Raumstation ISS andockte. Das Unternehmen ist neben Orbital Sciences eine von zwei amerikanischen Firmen, die im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa Nachschub zur ISS bringen. Die Nasa hatte 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte.

hda/AFP

insgesamt 13 Beiträge
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blob123y 07.01.2014
1. Beim Zeus, ich kanns nicht glauben
nach etwa 10 Jahen mit Satellitenmist starten die Thais einen Neuen. Das Problem mit Thai Satelliten bis jetzt ist das deren Signale zu schwach sind um auch nur minimalen Regen zu durchdringen, die verstehen solche Sachen nicht. Mal abwarten ob die jetzt einen Ordentlichen gekauft haben.
kabian 07.01.2014
2. Ohne Staat keine Raumfahrt
Solange SpaceX das COTS-Programm in Anspruch nimmt ist nur schwerlich von private Raumfahrt zu sprechen. Halbstaatlich trifft wohl eher den Punkt.
schwerpunkt 07.01.2014
3.
Zitat von kabianSolange SpaceX das COTS-Programm in Anspruch nimmt ist nur schwerlich von private Raumfahrt zu sprechen. Halbstaatlich trifft wohl eher den Punkt.
Was für ein Blödsinn. Sobald ein privates Unternehmen öffentliche Aufträge annimmt, soll es damit "halbstaatlich" sein?
capetownbe 07.01.2014
4. Elon Musk - Der vielleicht genialste Unternehmer der Welt
wird auch mit diesem Projekt disruptiv staatliche Oligopole zerbrechen Nebenher ist er auch mal eben CEO von Tesla und Präsident des Verwaltungsrats vom grössten US Solarzellen Betreiber
kabian 07.01.2014
5. Versteckte soziale Marktwirtschaft?
Zitat von schwerpunktWas für ein Blödsinn. Sobald ein privates Unternehmen öffentliche Aufträge annimmt, soll es damit "halbstaatlich" sein?
COTS umfasst die Entwicklungsleistungen, während Commercial Resupply Services (CRS) die tatsächlichen Leistungen der kommerziellen Partner rechtlich verbindlich festlegt. Solange Space x so massiv von der NASA subventioniert wird kann man wohl kaum von einem privaten Unternehmen sprechen. Ohne Staat wäre Space x nicht möglich. Ich kann auch öffentliche Auftäge annehemen wenn mir der Staat entsprechende Leistungen erbringt. :-)
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