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Erster Auftragsflug von "Falcon Heavy" Elon-Musk-Rakete bringt Satelliten ins All

Es war der erste Auftragsflug von "Falcon Heavy" - und er ist gelungen: Die Schwerlastrakete von Elon Musk hat einen Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Der Unternehmer spekuliert auf militärische Aufträge.

Sie ist 70 Meter lang und die stärkste Rakete, die es auf der Welt gibt: die "Falcon Heavy" des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk. Nun meldet der exzentrische Milliardär einen wichtigen Erfolg: Die Schwerlastrakete hat ihren ersten kommerziellen Flug erfolgreich absolviert. Sie brachte am Donnerstag (Ortszeit) den saudi-arabischen, etwa 6500 Kilogramm schweren Telekommunikationssatelliten "Arabsat 6a" in die Umlaufbahn, wie das Unternehmen twitterte.

Gestartet war die Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Der Satellit soll laut einem Bericht des Senders NBC Fernseh-, Internet- und Mobilfunkdienste für den Nahen Osten, Afrika und Europa bereitstellen.

Schaulustige beobachten die Rückkehr der Booster

Schaulustige beobachten die Rückkehr der Booster

Foto: Joseph Rimkus/ REUTERS

Alle drei wiederverwertbaren Stufen der Rakete kehrten rund zehn Minuten nach dem Start sicher zur Erde zurück, zwei der sogenannten Booster landeten auf der Erde, einer auf einem Drohnenroboterschiff vor der Küste Floridas, wie es hieß. Bei einem Testflug 2018 hatte der mittlere Teil der Rakete das ferngesteuerte Schiff noch verpasst.

Die Raketenantriebe basieren auf denen der Rakete "Falcon 9", die seit 2012 Fracht zur Internationalen Raumstation ISS transportiert.

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SpaceX: Rakete startet mit Tesla ins All

Foto: STEVE NESIUS/ REUTERS

Ihren ersten Testflug hatte die "Falcon Heavy" vor gut einem Jahr, am 6. Februar 2018. Sie hatte einen roten Tesla-Sportwagen mit an Bord. SpaceX arbeitet auch mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa zusammen.

Für Musk dürfte der nun gelungene Flug auch deshalb so wichtig sein, weil er mit seinem Unternehmen auch militärische Aufträge an Land ziehen will und damit den staatlich finanzierten Raumfahrtprogrammen in Europa und den USA Konkurrenz macht. SpaceX will billig ins All fliegen, weil möglichst viel Material wiederverwendet wird.

Im Februar hatte eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX eine israelische Raumsonde in die Umlaufbahn der Erde befördert. Doch die geplante Landung der Sonde "Bereschit" auf dem Mond ist nicht geglückt. Beim Landemanöver zerschellte die knapp 600 Kilogramm und 1,50 Meter hohe Sonde.

mmq/dpa/Reuters
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