Flug mit SpaceX Deutsches Algen-Experiment erreicht die ISS

Essen Sie gern Algen? Für Raumfahrer jedenfalls könnten sie eines Tages Teil der Nahrung werden. Dabei soll auch ein deutsches Experiment helfen, das gerade ins All geflogen ist.

Photobioreaktor mit Algen
IRS Stuttgart

Photobioreaktor mit Algen


Algen im Weltall - damit wollen sich deutsche Forscher beschäftigen. Eine Versorgungskapsel des privaten Weltraumunternehmens SpaceX hat gerade unter anderem ihr Experiment zur Internationalen Raumstation gebracht. Die "Dragon"-Raumkapsel dockte am Montag an der ISS an, wie Livebilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.

Der Raumtransporter bringt Vorräte und Ausrüstung zur ISS-Crew. An Bord ist auch ein Experiment der Universität Stuttgart und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit dem die Versorgung der Raumfahrer gleich doppelt verbessert werden soll.

Weil die Photosynthese in ihrem Inneren besonders effizient abläuft, sind Algen auf der Erde für die Herstellung von mindestens der Hälfte allen Sauerstoffs verantwortlich. Als Sauerstoffproduzent könnten Algen auch wichtiger Bestandteil künftiger Langzeit-Missionen im All werden. Erforscht wird deswegen im DLR-Experiment des sogenannten Photobioreaktors nun, wie sich die Algenart Chlorella vulgaris in wässriger Lösung in der Schwerelosigkeit am besten züchten lässt.

Doch die Algen sollen nicht nur für frische Atemluft sorgen, sondern könnten auch einen Teil der Nahrung der Raumfahrer darstellen. Algen sind durchaus nahrhaft, enthalten wichtige Proteine, ungesättigte Fettsäuren sowie verschiedene Vitamine, unter anderem B12. Zudem könnten unmöglich Vorräte für eine derart lange Zeit mitgeführt werden - Selbstversorgung ist deswegen unerlässlich.

Doch bis die Algen tatsächlich praktisch nutzbar sind, wird es noch viele Experimente geben. Im aktuellen Versuch sollen die Algen zunächst 180 Tage wachsen. Der Versorgungsflug war am Samstag vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Er musste mehrmals verschoben werden, etwa wegen eines Problems mit der Stromversorgung auf der Raumstation, auch an einer SpaceX-Landeplattform für den verwendeten Raketenbooster hatte es eine Störung gegeben.

SpaceX analysiert derzeit auch zusammen mit der Nasa eine Explosion, die sich beim Test einer für den Transport von Astronauten gedachten Raumkapsel am Boden ereignet hatte. Diese Untersuchungen beeinflussten den Starttermin für die "Dragon"-Kapsel zur ISS jedoch nicht.

chs/dpa



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