Versorgung der Raumstation SpaceX gelingt Raketenlandung

Erneuter Erfolg für die private Raumfahrtfirma SpaceX: Ihre Rakete brachte eine Kapsel auf den Weg zur Raumstation - dann landete die Rakete wieder auf der Erde.

Start der Falcon-9 in Cape Canaveral
AP

Start der Falcon-9 in Cape Canaveral


Mit rund 2000 Kilogramm Versorgungsnachschub und wissenschaftlichen Experimenten an Bord ist der private Raumfrachter "Dragon" zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.

Die "Dragon"-Kapsel habe an der Spitze einer Falcon-9-Rakete erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben, teilten die US-Raumfahrtbehörde Nasa und das Unternehmen SpaceX in der Nacht zum Montag mit. Am Mittwoch wird der "Dragon" an der ISS erwartet.

Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX hat damit erneut einen Raumfrachter zur Internationalen Raumstation (ISS) geschickt. "Falcon 9 ist auf dem Weg", sagte ein Kommentator in der Zentrale am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida am Montagfrüh.

Nach dem Start wurde das Transportmodul "Dragon" von der Trägerrakete abgetrennt, um seinen Weg allein zur ISS fortzusetzen, während die Rakete zur Erde zurückkehrte.

Das fünfte Mal

In der Zentrale in Cape Canaveral brach Jubel aus, als die Trägerrakete heil und sicher wieder auf der Erde landete. Es war das fünfte Mal nach einer ersten Landung im Dezember 2015, dass es gelang, die Trägerrakete unbeschadet auf die Erde zurückzubringen.

Damit sollen die Kosten der Raketen reduziert werden. Bei anderen Raketentypen stürzt die Trägerrakete ins Meer, nachdem sie die Transportkapsel auf den Weg ins All gebracht hat.

An Bord befindet sich unter anderem ein Andockmodul, das Raumfrachtern künftig erlauben wird, automatisch an der ISS anzudocken.

Marsmission angekündigt

Eine frühere Version des Moduls war im Juni 2015 bei der Explosion einer SpaceX-Rakete kurz nach dem Start zerstört worden. Grund für das Unglück war damals eine fehlerhafte Strebe, die dazu führte, dass sich ein Heliumtank löste.

SpaceX arbeitet ebenso wie der Flugzeughersteller Boeing an der Entwicklung eines Raumtransporters für die Beförderung von Astronauten ins Weltall. Seit dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms 2011 sind die USA für den Transport von Astronauten auf die russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen.

SpaceX gehört dem Chef des US-Elektroautobauers Tesla, Elon Musk. Erst kürzlich hatte Musk angekündigt, in gut zwei Jahren eine Marsmission starten zu wollen, bei der eine Kapsel auf dem Planeten abgesetzt werden soll.


Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war von drei erfolgreichen Landungen die Rede, tatsächlich sind es bereits fünf. Wir bedauern den Fehler.

boj/AFP/dpa

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