Privater Raumfahrtkonzern SpaceX schickt Kommunikationssatelliten ins All

Premiere im Geschäft der privaten Raumfahrtkonzerne: Nach zweimaligem Aufschub hat eine Rakete des US-Unternehmens SpaceX erstmals einen Kommunikationssatelliten ins All befördert.


Cape Canaveral - Wie ein SpaceX-Sprecher sagte, startete die zweistufige Falcon-9-Rakete mit dem Luxemburger SES-8-Satelliten um 23.41 Uhr MEZ in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. 14 Minuten später brachte sie den 2,9 Tonnen schweren und 100 Millionen Dollar teuren Satelliten auf eine Umlaufbahn.

SpaceX hatte vergangenen Mai Geschichte geschrieben, als die unbemannte Raumkapsel "Dragon" als erstes privates Raumschiff an die Internationale Raumstation ISS andockte. Das Unternehmen ist neben Orbital Sciences eine von zwei privaten US-Firmen, die im Auftrag der Raumfahrtbehörde Nasa Nachschub zur ISS bringen. Die Nasa hatte 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte.

Gründer von SpaceX ist der Internetunternehmer Elon Musk. Er will mit der verbesserten Falcon-9 nun auch im lukrativen Satellitengeschäft mitmischen. Die Luxemburger SES, weltweit die Nummer zwei auf dem Satellitenmarkt, hatte ihre Produkte bislang von europäischen Ariane- oder russischen Proton-Raketen befördern lassen. Ende September hatte eine Falcon-Rakete bereits einen Weltraumwettersatelliten in die Umlaufbahn gebracht.

suc/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Neutrinoschreck 04.12.2013
1. Die Privatisierung ...
... der Weltraums ist nicht mehr aufzuhalten. In der Schifffahrt brachte die die Ausplünderung ganzer Kontinente durch Privatkonzerne, East India Company zum Beispiel. Andererseits werden wir langfristig wohl eine signifikante Steigerung der Weltraumaktiväten betrachten - und damit rückt auch ein militärischer Konflikt im Weltraum in den Bereich der Möglichkeiten ...
nickmason 04.12.2013
2. Musk macht's
Es ist schon faszinierend, wie Elon Musk den etablierten Vertretern der jeweiligen Branche zeigt wo der Hammer hängt. Sein Unternehmen Tesla baut das einzige Elektroauto, das eine echte Konkurrenz darstellt, indem es zwei Dinge besonders gut kann: weite Strecken fahren und Top-Fahrleistungen bieten. Und das auch noch mit viel Platz und einem extrem fortschrittlichen Bedienkonzept. Und jetzt der Einstieg ins lukrative Satellitengeschäft, das die finanziell angeschlagene NASA bislang anderen überlassen musste. Wahrscheinlich kostet der Transport deutlich weniger als bei den staatlichen Raumfahrtbehörden, und am Ende haben dennoch alle dran verdient. Hut ab. Wenn er jetzt noch seine beide Firmen zusammenlegt, können seine Raketen bald elektrisch angetrieben werden und seine Autos fliegen. Bei Musk würde mich auch das nicht mehr wundern!
rkinfo 04.12.2013
3. Safety First ...
Ob Falcon-9-Rakete oder Tesla Autos - die Zuverlässigkeit und Sicherheit wird über den Erfolg entscheiden. Man muss heute 98-99% Zuverlässigkeit beiten damit Kunden und ihre Versicherung in Summe eine wirtschaftliche Basis für die Nutztung sehen. Die 'Iridium' Satelitten sind identisch gebaut und eh Ersatzsatelliten geplant sodass günstige Kosten selbst bei 80-90% Zuverlässigkeit enstehen. Erst wenn die zuverlässiger als befürchtet im All sind wird die Falcon-9 ein echter Konkurrent am Weltmarkt.
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