SpaceX Prototyp von "Starship"-Raumtransporter explodiert

Bei einem Test in Texas wurde eines der "Starship"-Raumschiffe von SpaceX-Gründer Elon Musk vollständig zerstört. Der Erstflug des Passagiertransporters dürfte weiter verschoben werden.

YOUTUBE: LABPADRE/ MARIA POINTER @BOCACHICAMARIA1/ Social Media via REUTERS

100 Reisende soll das "Starship"-Raumschiff von SpaceX irgendwann einmal zum Mond oder gar zum Mars bringen - im Pendelbetrieb hin und zurück. Doch am Startplatz in Boca Chica in Texas gab es nun einen Rückschlag für die Träumereien von Elon Musk.

Bei einem Test des etwa 50 Meter hohen Prototyps MK1 am Mittwochabend explodierte die Konstruktion. Ein bei YouTube veröffentlichter Clip, der aus einem Livestream stammt, zeigt, wie der obere Teil der Rakete explodiert und ein großes Metallteil in den Himmel geschleudert wird. Eine mächtige Säule aus Dampf steigt von dem Testgelände auf.

Laut einem Bericht könnte der Sauerstofftank bei einem Drucktest detoniert sein. Der Inhalt ergoss sich auf das Testgelände. Um was es sich bei der Substanz handelt, ist nicht bekannt. Möglicherweise hatten die SpaceX-Konstrukteure mit flüssigem Sauerstoff oder Stickstoff gearbeitet. Bisher ist auch nicht bekannt, ob bei dem Unfall jemand verletzt wurde.

Für das "Starship"-Programm ist der Zwischenfall keine gute Nachricht. Für die kommenden Wochen war eigentlich ein erster Test angekündigt, bei dem der Prototyp 20 Kilometer weit fliegen und anschließend wieder sanft auf der Erde landen sollte. SpaceX hatte jedoch immer wieder betont, dass Rückschläge bei solchen Vorhaben nicht ungewöhnlich seien. Ob die beschädigte MK1 repariert werden soll, steht noch nicht fest.

Derzeit arbeitet Musk mit zwei konkurrierenden Teams parallel am "Starship"-Projekt. Eine Version der Rakete wird von Fachleuten im Süden von Texas gebaut. Eine weitere Version, die MK2, entsteht am Raumfahrtbahnhof in Cape Canaveral in Florida.

In einigen Jahren will SpaceX ein Team um den japanischen Künstler Yusaku Maezawa zu einer Reise rund um den Mond schicken. Dieser Zeitplan gilt aber als sehr ambitioniert.

joe



insgesamt 14 Beiträge
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alex2k 21.11.2019
1. Elon Musk
hat gesagt, dass Mk3 explodierenden Mk1 sehr bald ersetzen soll. Und wieso sollte es auf die weiteren Tests der Dragon-Kapsel, die Passagiere nach oben befoerdern soll, Einfluss nehmen? Das ein hat ja nichts mit dem anderen zu tun. Da hin gegen liefen die letzten Tests planmaessig.
thomas_linz 21.11.2019
2. SpaceX hat Minuten
nach dem Unfall getwittert, dass es keine Personenschäden gab. Interessanterweise kursierte Stunden vor dem Drucktest eine Nachricht, dass MK1 und 2 nicht fliegen werden. Geplant war der berstende Tank aber nicht. Wichtig, um Schwachstellen ausfindig zu machen, ist es aber definitiv. Die Idee alles doppelt zu bauen zahlt sich nun schon bei der ersten Prototypenreihe aus. Insgesamt wird es das Projekt sicher ein paar Wochen zurückwerfen, eine Katastrofe ist es aber definitiv nicht. Das Video des wegfliegenden Tankdomes ist aber schon krass. :-)))) Flugzeit 12s
eurohut 21.11.2019
3. Sehr sachlicher Bericht
Wäre doch eine wunderbare Chance gewesen in Elon Musk wieder durch den Kakao zu ziehen. Bin jetzt wirklich etwas enttäuscht. Muss ich mein Weltbild von Spiegel online korrigieren?
DerAndereBarde 21.11.2019
4.
Zitat von eurohutWäre doch eine wunderbare Chance gewesen in Elon Musk wieder durch den Kakao zu ziehen. Bin jetzt wirklich etwas enttäuscht. Muss ich mein Weltbild von Spiegel online korrigieren?
Sie haben da etwas missverstanden: Wenn Herr M. Mist macht, wird berichtet, Herr M. mache Mist. Dass das gelegentlich vorkommt, ist nicht den Berichtenden anzulasten.
alex2k 21.11.2019
5. und...
Wie SpaceX vor wenigen Minuten auf Instagram mitgeteilt, war der Tanktest erfolgreich. Und zum Schluss, der nach oben fliegende Tankdeckel war dem Weltraum naeher, als SLS es jemals sein wird.
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