Mit "Dragon"-Kapsel SpaceX will Touristen so weit ins Weltall fliegen wie noch nie

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX verkündet ambitionierte Pläne: Es will vier betuchte Kunden auf die dreifache Höhe der Raumstation ISS fliegen. Ob das klappt, steht in den Sternen.
Raumschiff "Dragon" des US-Unternehmens SpaceX (Archivbild): "Wir haben ein ziemlich gutes Netzwerk von vermögenden Personen"

Raumschiff "Dragon" des US-Unternehmens SpaceX (Archivbild): "Wir haben ein ziemlich gutes Netzwerk von vermögenden Personen"

Foto: MARK RALSTON/ AFP

Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX will in den kommenden Jahren vier Weltraumtouristen so weit ins All befördern wie niemand zuvor. Die Firma von Milliardär Elon Musk kündigte an, ihre Kunden mit der unternehmenseigenen "Dragon"-Kapsel auf die zwei- bis dreifache Höhe der Internationalen Raumstation ISS zu fliegen. Die ISS kreist etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Für das Vorhaben plant SpaceX eine neue Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Space Adventure, das auf Weltraumtourismus spezialisiert ist. Space-Adventure-Präsident Tom Shelley sagte, die Rekordreise könne frühestens Ende 2021, "wahrscheinlich eher irgendwann im Jahr 2022" stattfinden. Trotz geschätzter Ticketpreise im zweistelligen Millionenbereich zeigte er sich zuversichtlich, vier Passagiere zu finden: "Wir haben ein ziemlich gutes Netzwerk von vermögenden Personen auf der ganzen Welt, von denen wir wissen, dass viele an der Raumfahrt interessiert sind."

Vier Personen auf neun Quadratmetern

Space Adventure hat bislang acht Weltraumtouristen einen Flug zur ISS ermöglicht. Der erste von ihnen war der US-Unternehmer Dennis Tito, der 2001 rund 20 Millionen Dollar für einen achtstündigen Aufenthalt in der Raumstation zahlte. Der bislang letzte ISS-Besucher war der Gründer des Entertainment-Unternehmens Cirque du Soleil, Guy Laliberté, im Jahr 2009.

Die "Dragon"-Kapsel wurde entworfen, um Astronauten von der Erde zur ISS zu befördern. Sie soll mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX ins All geschossen werden. Die Kapsel ist nur neun Quadratmeter groß und verfügt über keine privaten Bereiche zum Schlafen, Waschen oder für Toilettengänge. Die Dauer der Mission hänge von den Wünschen der Kunden ab, sagte Shelley. Vorher müssten sie eine rund vierwöchige Ausbildung absolvieren.

Zusätzlich zu diesem Projekt will Space Adventure bereits 2021 zwei weitere Touristen an Bord einer russischen Rakete zur ISS bringen. Kritiker bemängeln, dass die privaten Raumfahrtunternehmen, zu denen auch die Firma Virgin Galactic von Milliardär Richard Branson zählt, ihre vollmundigen Versprechen nur selten halten. So kündigte Space Adventure bereits 2005 an, zwei Touristen einmal um den Mond schicken zu wollen. Diese Mission sei mittlerweile abgebrochen worden, bestätigte Shelley.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, SpaceX wolle 2021 zwei weitere Touristen an Bord einer russischen Rakete zur ISS bringen und habe bereits 2005 angekündigt, einen Flug um den Mond anzubieten. Richtig ist, dass Space Adventure für diese Vorhaben verantwortlich ist. Wir haben den Fehler korrigiert.

jki
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