Spektakuläre Bilder "Wise" entdeckt unbekannte Welten

Als ob im Weltall das Licht angeknipst wird: Die ersten Bilder des Infrarotteleskops "Wise" erlauben aufsehenerregende neue Einblicke in das Universum. Die Infrarotbilder zeigen ferne Welten, Kometen und explosive Galaxien in ungekannter Schärfe und Brillanz.
Fotostrecke

Nasa-Satellit funkt erste Bilder: Im Weltall geht das Licht an

Foto: NASA/ JPL-Caltech/ UCLA

Als das Nasa-Teleskop "Wise" ("Wide-field Infrared Survey Explorer") im vergangenen Dezember seine Arbeit aufnahm, hofften Astronomen auf neue Einblicke ins Universum. "Die alten Infrarotbilder wirken eher wie impressionistische Gemälde", hatte ein Nasa-Forscher vor dem Start des Projektes gesagt. "Die neuen Bilder jedoch werden wie richtige Fotografien aussehen." Und in der Tat: Die hohen Erwartungen der Forscher wurden erfüllt. "Wise" hat bereits eine Viertel Million Bilder aus der Umlaufbahn in 500 Kilometer Höhe zur Erde geschickt. Nun veröffentlicht die Nasa erstmals einen Teil der Aufnahmen (siehe Fotostrecke).

Die Bilder zeigen beispielsweise Kometen, die in tiefer Dunkelheit ihre Bahnen ziehen. Geburtsregionen von Sternen sind zu erkennen, der Andromeda-Nebel in unerreichter Klarheit und ferne Galaxien. "Wise arbeitete hervorragend", sagt Ed Weiler von der Nasa. Die ersten Bilder zeigten, dass das Teleskop seine beiden Aufgaben sehr gut erfüllen könne: Die Beobachtung des Himmels im Infrarotlicht und die Kartierung ferner Welten, Asteroiden und Kometen. Eine neue Karte des Himmels entsteht.

Die Bilder zeigen beispielsweise bisher unbekannte Kometen. Der Komet "Siding Spring" etwa wurde auf seinem Flug vom Rand ins Innere unseres Sonnensystem entdeckt. Staub sammelt sich in seinem Schweif, der sich "wie ein leuchtend-roter Streifen 16 Millionen Kilometer hinter dem hellen Kometen erstreckte" schwärmen Nasa-Forscher.

Sternengeburten beobachtet

Neben Objekten in unserem Sonnensystem wollen die Himmelsforscher auch kühle "Braune Zwerge" unter die Lupe nehmen, also kleine Sterne, die zu wenig Masse haben, um das Fusionsfeuer in ihrem Kern zu zünden. Erwärmt von der Energie, die ihre von der eigenen Schwerkraft zusammengepressten Gasmassen freisetzen, glimmen sie im Infrarotbereich vor sich hin.

"Wise" hat auch Asteroiden aufgespürt, die sich der Erde nähern könnten. Hochrechnungen zufolge schwirren etwa tausend Riesenbrocken mit mehr als einem Kilometer Durchmesser umher, deren Bahn irgendwann die der Erde kreuzen. Von 50 Meter dicken Klumpen mit möglichem Kollisionskurs, die bei einem Einschlag ebenfalls großen Schaden anrichten könnten, rasen ungefähr eine halbe Million durch die Dunkelheit. Doch nicht nur ihre Gefährlichkeit macht die Asteroiden interessant. Sie geben zudem Einblicke in den Ursprung des Sonnensystems. Die kalte Umgebung hat sie tiefgefroren, ihren Urzustand bewahrt.

Die Bilder des Teleksops zeigen auch eine Sternen-Wiege 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, im Carina-Spiralarm der Milchstraße: Im stelaren Nebel mit der Bezeichnung NGC 3603 bilden sich den Nasa-Forschern zufolge neue Sterne, viele sind weitaus größer als unsere Sonne. Die Sterne erwärmen die Staubwolken in ihrer Umgebung - die Wärmestrahlung zeichnete "Wise" auf. NGC 3603 dient den Forschern nun als Labor, in dem sie die Geburt von Sternen studieren wollen.

boj
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.