Fotostrecke

Mars-Rover: Abschied von "Spirit"

Foto: HO/ REUTERS

"Spirit" antwortet nicht Nasa gibt Mars-Rover verloren

Er fuhr sich fest, hatte mit Gedächtnisproblemen zu kämpfen und meldete sich schließlich nicht mehr: Der Mars-Rover "Spirit" ist nach mehreren Jahren auf dem Roten Planeten wohl im letzten Winter erfroren. Die Nasa nimmt Abschied. Doch "Spirits" Zwilling rollt weiter - und ein Nachfolger ist auf dem Weg.

"Spirit" hatte seine besten Tage eindeutig hinter sich: Seit 2006 lief eines seiner sechs Räder nicht mehr. Sein Gedächtnis funktionierte nicht mehr einwandfrei, mehrmals übertrug er Daten nicht in den Speicher. Im April 2009 fuhr sich der Rover im Marssand fest und kam trotz zahlreicher Versuche nicht mehr frei. Die US-Weltraumbehörde Nasa verkündete zwar, damit habe nur eine neue Phase im Leben des Roboters begonnen - als stationäre Forschungseinheit - doch dann brach im März 2010 der Kontakt ab.

Über viele Monate versuchte die Nasa, "Spirit" zu kontaktieren, man hoffte, er müsse nur seine Batterien wieder aufladen, sobald wieder mehr Sonne auf seine Solarmodule fällt. Doch nun geben die Ingenieure auf. Was das Ende des Mars-Rovers herbeigeführt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit klären. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Kälte während des Mars-Winters die Elektronik so geschädigt hat, dass "Spirit" nicht mehr aus seinem Ruhezustand hochfahren konnte.

Kommende Woche ist ein offizieller Abschied vom Rover geplant, den Nasa TV überträgt.

"Wir sind gefahren, bis die Räder abgefallen sind"

Im Sommer, wenn sich alle Mitarbeiter des Rover-Teams treffen, werde das Ende von "Spirit" die Stimmung beeinflussen - aber sie werde wohl nicht gedrückt sein, wie auf einem Begräbnis, sondern eher beschwingt wie auf einer irischen Totenfeier, meint Nasa-Mitarbeiter David Lavery. "Wir sind gefahren, bis die Räder abgefallen sind."

Dass "Spirit" so lange im Einsatz war, ist tatsächlich erstaunlich. Ursprünglich war die Mission von "Spirit" und seinem Zwilling "Opportunity", die im Januar 2004 auf dem Mars landeten, auf drei Monate ausgelegt. Diese Frist haben sie um ein Vielfaches überschritten. "Opportunity" rollt immer noch.

Die Rover haben zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse geliefert, so fanden sie geologische Hinweise darauf, dass auf dem heute staubtrockenen Planeten früher ein wärmeres, feuchteres Klima herrschte.

Der lange Einsatz erklärt wohl auch, warum die Nasa-Mitarbeiter oft sehr vermenschlichend von den Robotern sprechen - so erzählt Lavery etwa vom "tapferen Rover". Und Ray Arvidson von Washington University in St. Louis, der ebenfalls an der Mission beteiligt war, sagte, er werde "Spirit" als einen Kämpfer in Erinnerung behalten.

Insgesamt hat "Spirit" 7,7 Kilometer auf dem Mars zurückgelegt, "Opportunity" sogar 30. Ob der nächste Mars-Rover ebenfalls solche Rekorde aufstellt, wird sich zeigen: "Curiosity" soll im August 2012 auf dem Roten Planeten landen.

wbr/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.