"Starhopper" SpaceX testet Prototyp für Mars-Rakete

SpaceX will in einigen Jahren eine Rakete zum Mars schicken. Die Technik dazu entwickelt die Firma mithilfe einer Art hüpfenden Tonne aus Edelstahl. Noch schafft es die "Starhopper" aber nicht allzu weit.

Start der "Starhopper": Flug in 150 Meter Höhe und sichere Landung
Miguel Roberts/The Brownsville Herald/AP/dpa

Start der "Starhopper": Flug in 150 Meter Höhe und sichere Landung


Auf dem Weg zum Mars hat das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX erfolgreich einen Prototyp für seine Schwerlastrakete getestet. Es ist ein wichtiger, aber nur erster Schritt für die Firma von Tesla-Chef Elon Musk, der mit seiner Firma eines Tages Menschen und Fracht zum Mond und zum Mars bringen will.

Der "Starhopper" genannte Apparat hob am Dienstagnachmittag (Ortszeit) auf einem Gelände in Boca Chica im US-Staat Texas ab, wie das Unternehmen via Twitter mitteilte und in einem kurzen Video zeigte (siehe unten). Das tonnenförmige, silberne Gerät aus Edelstahl stieg rund 150 Meter in die Höhe, flog 100 Meter weit und landete dann nach knapp einer Minute sicher wieder auf der Erde.

Mit diesem Apparat führt das Unternehmen quasi Testflüge im Miniaturformat durch. Denn die eigentliche Rakete, intern bislang "BFR" genannt, wird ein Ungetüm: In etwa so groß wie die Freiheitsstatue übertrifft sie in Dimensionen und Nutzlast die "Falcon Heavy"-Rakete von SpaceX deutlich.

Übungshüpfer im Miniatur-Format

Ebenso wie ihre kleinere Schwester soll aber auch die BFR eine wieder verwendbare Trägerrakete werden - sprich: Nach erfolgreichem Flug ins All wieder sicher auf der Erde landen. Genau dieses Szenario - starten, fliegen, landen, testet das Unternehmen mit dem "Starhopper" nun im kleinen Maßstab, um das Risiko bei einem Fehlschlag zu minimieren. In weiteren Versuchen wird das Unternehmen das Gerät, das einen Durchmesser von neun Meter hat, auf seine Funktion testen.

Der aktuelle Start war ursprünglich für Montag geplant gewesen, musste aber wegen eines Problems mit der Verkabelung der Triebwerke kurz vor der Zündung abgebrochen werden. Nach dem nun erfolgreichen Test, gratulierte Musk dem Team von SpaceX über Twitter. "Eines Tages wird das Raumschiff auf der rostfarbenen Sandfläche des Mars landen", schrieb er.

Musk will schon 2025 zum Mars

SpaceX hatte im Dezember 2018 begonnen, die "Starhopper" zu bauen. Das Unternehmen ist allerdings nicht das einzige, das derartige Technik entwickelt. Auch der Konkurrent "Blue Origin" von Amazon-Gründer Jeff Bezos versucht sich mithilfe immer höher hüpfender Raketen-Prototypen auf einen Flug ins All vorzubereiten.

Der Raumfahrtvisionär Musk hatte vor einiger Zeit angekündigt, den Mars besiedeln und eine Million Menschen dorthin bringen zu wollen. Schon ab 2025 könnten nach Musks 2016 vorgestellten Plänen die ersten Menschen zum Roten Planeten reisen. Die US-Raumfahrtagentur Nasa hält eine erste bemannte Mars-Mission frühestens in den 2030er Jahren für möglich.

jme/dpa/Reuters

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