Sternschnuppen Himmelsspektakel am Wochenende

Die Sternschnuppen sind wieder da: In der Nacht zu Montag sind die Lichtspuren am Himmel besonders gut zu sehen. Beste Voraussetzungen: In diesem Jahr ist der Himmel besonders dunkel.


Ein kosmisches Feuerwerk erstrahlt in den kommenden Nächten am Himmel. Wie in jedem Jahr ist der Meteorstrom der Perseiden als Häufung leuchtender Lichtstreifen am Firmament zu sehen. Der Sternschnuppenregen soll in diesem Jahr ganz besonders gut zu sehen sein, da Neumond ist und der Nachthimmel daher sehr dunkel. Das Phänomen wird weltweit gut zu beobachten sein – vorausgesetzt, der Himmel ist wolkenfrei. Mit bis zu 100 Meteoren pro Stunde wird das Maximum am frühen Montagmorgen erwartet.

Der Name der Perseiden kommt vom Sternbild Perseus im Nordosten. Ihm scheinen die Meteore zu entströmen. Tatsächlich kreuzt die Erde auf ihrer jährlichen Bahn um die Sonne die Staubspur, die der Komet "Swift-Tuttle" hinterlassen hat. Das passiert jedes Jahr Mitte August. Viele der Staubpartikel treten in die Erdatmosphäre ein. Wegen ihrer hohen Geschwindigkeit von 200.000 Kilometern pro Stunde und der Atmosphärenreibung beginnen die Luftmoleküle entlang ihrer Flugbahn zu ionisieren und zu glühen. Daher leuchten nicht nur die Staubpartikel selbst, sie hinterlassen zugleich eine sichtbare Spur. Deswegen sind Sternschnuppen kurzzeitig als helle Lichtstreifen am Himmel zu sehen.

Der Meteorregen wird auch wissenschaftlich beobachtet. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) setzt eine Kamera ein, um die kurzfristigen Himmelserscheinungen aufzuzeichnen. Das Berliner DLR-Institut für Planetenforschung erfasst Größe, Geschwindigkeit und Flugbahn einzelner Meteore. Die Superweitwinkelkamera der Forscher nimmt die verglühenden Kometenpartikel alle zwei Sekunden in einem Gesichtsfeld von 120 Grad mal 120 Grad auf.

So sehen Sie die Sternschnuppen am besten
DPA
Der Meteorschwarm der Perseiden ist im Anflug - und verspricht wie jedes Jahr Mitte August ein spektakuläres Schauspiel. Dutzende Sternschnuppen pro Stunde werden am Himmel aufleuchten - eine freie Sicht ohne Wolken vorausgesetzt. Höhepunkt des Spektakels ist die Nacht von Donnerstag auf Freitag.
Sternschnuppen sind am besten von einem dunklen Ort aus zu sehen, fernab von großen Städten. Eine freie Sicht über den ganzen Horizont ist vorteilhaft. In der Nacht zu Montag bekommen Beobachter etwa alle ein bis zwei Minuten eine Sternschnuppe zu Gesicht. Dazu reicht das bloße Auge aus. Teleskope und Ferngläser sind sogar hinderlich, weil sie das Blickfeld stark einschränken. Der Meteorstrom zeigt sich aber am ganzen Firmament und es ist nicht vorhersagbar, wo die nächste Sternschnuppe erscheinen wird. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden vor der Morgendämmerung, wenn das Sternbild Perseus hoch am Himmel steht.
Die International Meteor Organization (IMO) lädt alle Sternschnuppenjäger ein, eigene Beobachtungen einzureichen. Auf der englischsprachigen Internetseite der Organisation gibt es dazu ein Protokoll und Beobachtungsanweisungen.
Mithilfe einer schnell rotierenden Blende, die die Leuchtspuren auf den Aufnahmen periodisch unterbricht, kann die Geschwindigkeit der Meteore ermittelt werden. Neben dem DLR erforschen auch die Europäische Weltraumorganisation Esa, die Universität Graz, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und die Technische Universität Berlin die Sternschnuppen.

hkr/dpa

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