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01. Juni 2017, 16:51 Uhr

Stratolaunch

Weltgrößtes Flugzeug rollt erstmals aus Hangar

117 Meter Flügelspannweite - so ein großes Flugzeug gab es noch nie. Jetzt hat der Riesenvogel aus den USA erstmals den Hangar verlassen. Abheben könnte Stratolaunch 2019.

Das Ausmaß ist gigantisch, das Vorhaben verwegen: Das Flugzeug Stratolaunch soll Raketen bis in eine Höhe von 9000 Metern befördern, wo sie dann zu ihrem Flug ins Weltall starten. Nun ist der Flieger erstmals in der Mojave-Wüste aus seinem Hangar gerollt.

Die Konstruktion sei beispiellos, sagte der Chef der Stratolaunch Systems Corporation, Jean Floyd. Finanziert wird das Projekt von dem milliardenschweren Microsoft-Mitgründer Paul Allen. Dessen Vision von einem "normalisierten" Zugang zum erdnahen All sei näher gerückt. Bereits 2011 hatte Allen seine Pläne bekannt gegeben, ein gigantisches Flugzeug für die Weltraumfahrt bauen zu wollen.

Der Riesenvogel, der frühestens 2019 erstmals abheben könnte, soll neben Satelliten und Nutzfracht irgendwann auch einmal Passagiere Richtung All befördern. Allen will mit dem Flugzeug eine größere Flexibilität beim Transport von Satelliten erreichen, als dies mit Raketen vom Boden aus möglich ist. Angetrieben wird Stratolaunch von sechs großen Passagierflugzeug-Triebwerken.

Die Spannweite von 117 Metern ist weltweit beispiellos. Das Flugzeug ist 72,5 Meter lang, fast 230 Tonnen schwer und über 15 Meter hoch. Stratolaunch steht auf 28 Rädern - in den vergangenen Wochen wurden die Stützkonstruktionen entfernt. In den kommenden Monaten wird das Flugzeug am Boden intensiv getestet.

Als größtes Flugzeug der Welt gilt derzeit noch die Transportmaschine Antonow An-225. Sie hat eine Flügelspannweite von über 88 Metern. Das größte bisher gebaute Flugzeug ist aber die Hughes H-4 - bekannt unter dem Spitznamen "Spruce Goose". Die Maschine mit einer Spannweite von 97,51 Metern war das ehrgeizige Projekt des US-Unternehmers Howard Hughes. Nachdem das Wasserflugzeug für nicht flugtauglich erklärt wurde, steht es inzwischen in einem Museum in Oregon.

hda/AFP

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