Streit mit USA Russland erwägt Bau eigener Weltraumstation

Wegen westlicher Sanktionen steht Russland zwar am Rande einer Rezession - dennoch hegt das Land weiter kühne Raumfahrtpläne. Das Land denkt über den Bau einer eigenen Weltraumstation nach.
Mai 2010: Russisches Forschungsmodul MRM-1 beim Transport zur ISS

Mai 2010: Russisches Forschungsmodul MRM-1 beim Transport zur ISS

Foto: NASA

Moskau - Nach Differenzen mit den USA über den Weiterbetrieb der Internationalen Raumstation ISS erwägt Russland den Bau eines eigenen Außenpostens im All. Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Oleg Ostapenko, sagte am Montag der Nachrichtenagentur Ria, eine derartige Station könnte auch von zentraler Bedeutung für andere russische Weltraum-Missionen sein.

Russland hatte zuletzt erklärt, sich nicht länger als bis 2020 am Betrieb der ISS beteiligen zu wollen. Die US-Regierung hatte hingegen angeregt, die Raumstation, an der sich insgesamt 15 Länder beteiligen, bis mindestens 2024 zu betreiben. Nach ursprünglicher Planung sollte 2020 Schluss sein. Die Differenzen zeigen, wie sich der infolge der Ukraine-Krise schwelende Konflikt zwischen dem Westen und Russland auch auf die Raumfahrt-Kooperation auswirkt.

Ostapenko machte keine Angaben dazu, wie eine neue Raumstation finanziert werden könnte. Russland befindet sich unter anderem wegen Sanktionen des Westens am Rande einer Rezession. Im Jahr 2001 hat Russland seine damalige Raumstation Mir verschrotten müssen. Der russische Präsident Wladimir Putin will nach Jahren der Budgetstreichungen der einst schillernden russischen Raumfahrt zu neuem Glanz verhelfen.

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Kosmische Strahlung: Russlands Raumfahrt

Foto: Mikhail Metzel/ AP

So richtig scheint das aber bislang nicht zu klappen. Der Bau des neuen Weltraumbahnhofs Wostotschnij hinkt hinterm Zeitplan her. In der Amur-Region nahe China wird ein Kosmodrom aus dem Boden gestampft, von dem künftig die gesamte Palette der Raumschiffe und Satelliten starten soll. Mit Wostotschnij will Russland sich unabhängig machen vom Standort Baikonur, der in Kasachstan liegt. Zudem drohen der russischen Raumfahrt Engpässe bei Elektronikbauteilen - eine direkte Folge der westlichen Embargos.

nik/Reuters
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