Suche nach Leben Forscher stellen ihre Top 10 der Alien-Planeten vor

In Zeiten knapper Kassen soll sich die Suche nach Außerirdischen auf die meistversprechenden Ziele konzentrieren. Forscher haben jetzt eine Liste von zehn Sternen aufgestellt, die von bewohnbaren Planeten umkreist werden könnten.


Durch die populäre Literatur spuken Außerirdische seit Urzeiten -  durch die Köpfe von Wissenschaftlern erst seit kurzem. Vor drei Jahren hatte eine Gruppe von Forschern, die fremdes Leben außerhalb der Erde finden will, 120.000 Sonnensysteme untersucht und darunter 129 "bewohnbare" Systeme identifiziert. Jetzt haben die Experten beschlossen, welche zehn sie zuerst untersuchen wollen. Damit liegt eine Top-10-Liste für das geplante Weltraumteleskop "Terrestrial Planet Finder" vor. Es wird aus zwei Satelliten bestehen, die um die Erde kreisen und Ausschau nach Anzeichen für außerirdische Lebensformen halten sollen. Der Start ist allerdings erst für 2020 geplant.

Außerirdisches Leben in der Vorstellung eines Künstlers: Forscher stellen die Top 10 der bewohnbaren Planeten vor
REUTERS/ Lynette Cook

Außerirdisches Leben in der Vorstellung eines Künstlers: Forscher stellen die Top 10 der bewohnbaren Planeten vor

"Es gibt 400 Milliarden Sterne in unserer Galaxie", sagte Margaret Turnbull von der Carnegie Institution in Washington D.C. "Natürlich werden wir den 'Terrestrial Planet Finder' nicht auf alle richten." Darum hat Turnbull im Auftrag der Nasa und der privat finanzierten Alien-Sucher des kalifornischen Seti Institute die Auswahl eingeengt. Als erfolgversprechende Kandidaten gelten diejenigen Systeme, in denen Sterne möglicherweise von Planeten umkreist werden. Ein zweites Kriterium war, ob es plausibel ist, dass auf solchen Planeten Wasser in flüssiger Form vorkommt. Drittens sortierten die Forscher nach einem ganz praktischen Aspekt: Sichtbarkeit.

"Wir wollen bewohnbare Planeten mit unseren eigenen Augen sehen können", sagte Turnbull bei der Jahreskonferenz der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in St. Louis. Daher seien in die Liste keine zu hellen Sterne aufgenommen worden, die möglicherweise vorhandene Planeten überstrahlen würden.

Sonnenähnliche Sterne mit erdähnlichen Planeten

Zu den ausgewählten Sternen gehören 51 Pegasus, wo Schweizer Astronomen 1995 den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt haben, und Alpha Centauri B, einer der Sterne, die der Erde am nächsten sind. Auch der Stern 18 Sco aus dem Sternbild Skorpion, der unserer Sonne sehr ähnlich ist, befindet sich auf der Liste.

"Die Wahrheit ist, dass diese Sorte von Gewichtung wirklich schwer fällt", sagte Turnbull. "Wenn wir nach bewohnbaren Planetensystemen suchen, wissen wir eigentlich von keinem genug, um es zum besten Kandidaten zu erklären."

Carol Cleland von der University of Colorado kritisierte diese enge Auswahl. Ihre Kollegen legten sich zu sehr auf potentiell erdähnliche Planeten fest. "Ich glaube, wir sollten nach Formen von Leben Ausschau halten, die wir nicht kennen."

Tatsächlich ist die Selbstbeschränkung Turnbulls und ihrer Kollegen schlicht Ausdruck knapper Kassen: Seit US-Präsident George W. Bush das Nasa-Budget für 2007 vorgeschlagen hat, stellen sich Wissenschaftler in den meisten Forschungsprogramme auf drastische Kürzungen ein. Für die Suche nach außerirdischem Leben würden Bushs Vorschläge eine Halbierung des Budgets im Vergleich zu 2005 bedeuten, sagte Jill Tarter vom Seti Institute.

stx/AFP/rtr



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